Samstag , 3. Dezember 2022
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Bundesbildungsministerin Anja Karliczek hält Vorsicht weiter für geboten, wirbt aber auch für weitere Schulöffnungen. Quelle: imago images/Political-Moments

Bildungsministerin Karliczek für weitere Öffnungsschritte an Schulen

Berlin. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) wirbt für weitere Schritte bei der Öffnung der Schulen und die Vorbereitung einer Impfkampagne für Kinder und Jugendliche. „Das Infektionsgeschehen geht zurück“, sagte sie dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Daher sollten nicht nur die Öffnungen in der Wirtschaft und Kultur – so verständlich das selbstverständlich ist – im Fokus stehen, sondern über eine weitere Rückkehr zum Präsenzunterricht nachgedacht werden“, setzte sie hinzu.

Natürlich sei auch hier weiter Vorsicht angesagt, sagte sie. „Kinder und Jugendliche müssen jetzt wieder Schritt für Schritt in ein normales Leben zurückfinden – dazu gehört auch ein regelmäßiger Schulbesuch, am besten noch vor den Sommerferien“, so Karliczek. „Viele Länder gehen jetzt auch in diese Richtung. Und das ist auch in der momentanen Lage richtig.“

Die Kinder und Jugendlichen bräuchten in den Schulen vor allem gemeinsame Zeit, das vergangene Jahr aufzuarbeiten, sagte die Bundesbildungsministerin. „Psychische Belastungen waren zum Teil sehr groß“, führte Karliczek aus. „Klassen sollten, wenn möglich, wieder zusammenkommen, um auch darüber zu sprechen, wie es im Sommer und nach dem Sommer weitergeht.“

Tests bleiben wichtig

Karliczek befand: „Eine breitere Rückkehr zum Präsenzunterricht unter den bekannten Hygienestandards und begleitet von Tests dürfte in den meisten Regionen sehr wahrscheinlich verantwortbar sein, weil die Inzidenzen überwiegend deutlich unter 100 liegen.“

Viele Kinder und Jugendliche habe die Pandemie in Phasen der Entwicklung ihrer Persönlichkeit getroffen und beeinträchtigt. „Die Qualität einer Gesellschaft zeigt sich in ihrem Umgang mit den Kindern“, sagte die CDU-Politikerin. „Wir müssen unseren Kindern und Jugendlichen in diesen Wochen viel Aufmerksamkeit schenken, damit sie nachholen können, was in der Pandemie nicht möglich war“, erklärte sie weiter.

„Dazu gehört auch, dass intensiv eine Impfkampagne für die Kinder und Jugendlichen vorbereitet wird, sobald der Impfstoff für die Kinder ab zwölf Jahren zugelassen ist“, forderte Karliczek. „Je mehr Schülerinnen und Schüler geimpft sind, desto sicherer wird nach den Sommerferien der Unterricht in ihren Klassen stattfinden“, sagte die Bundesbildungsministerin. Bis der Impfstoff für die jüngeren Kinder bis zwölf Jahren zur Verfügung stehe, werde es aber noch eine Weile dauern.

Von Tobias Peter/RND