Dienstag , 21. September 2021
Zhao Lijian, Sprecher des chinesischen Außenministeriums, spricht den US-Geheimdiensten jede Glaubwürdigkeit ab. (Archivbild) Quelle: -/kyodo/dpa

Corona-Ursprung: China lehnt Ermittlungen der USA ab

Peking. China lehnt Pläne von US-Präsident Joe Biden für neue Ermittlungen der amerikanischen Geheimdienste zum Ursprung des Coronavirus ab. Außenamtssprecher Zhao Lijian warf den USA am Donnerstag in Peking vor, die Suche zu politisieren und China die Schuld an der Pandemie geben zu wollen.

Er wehrte sich auch gegen den Verdacht, dass das Virus nach einem Unfall aus einem chinesischen Labor entwichen sein könnte. Den US-Geheimdiensten sprach er jede Glaubwürdigkeit ab. Biden hatte am Mittwoch die Dienste beauftragt, innerhalb von 90 Tagen einen Bericht vorzulegen.

Der Ministeriumssprecher hob hervor, dass Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nach Ermittlungen in der zentralchinesischen Stadt Wuhan im Februar festgestellt hatten, dass eine undichte Stelle in einem Labor „extrem unwahrscheinlich“ sei.

USA wolle von eigener „inkompetente Antwort“ auf die Pandemie ablenken

Auch hätten sie Chinas Offenheit gelobt. „Einige Leute in den USA verschließen die Augen vor den Fakten“, sagte Zhao Lijian. Dort werde versucht, von einer eigenen „inkompetenten Antwort“ auf die Pandemie abzulenken.

Der Diplomat verwies auf 33 Millionen Infektionen und fast 600.000 Tote allein in den USA. „Die USA reflektieren nicht über ihre eigenen Probleme, sondern versuchen vielmehr, die Schuld China zuzuschieben.“ Er machte auch Andeutungen, dass das Virus aus einem US-Militärlabor in Fort Detrick oder anderswo entsprungen und von Teilnehmern der Militärweltspiele im Oktober nach Wuhan gelangt sein könnte.

„Es gibt viele Zweifel über Fort Detrick - und die USA haben mehr als 200 biologische Labors in der Welt“ sagte Zhao Lijian. „Wie viele Geheimnisse halten die USA zurück?“ Wenn die USA China aufforderten, sich an einer umfassenden Untersuchung zu beteiligen, fordere China seinerseits die USA auf, dem chinesischen Beispiel zu folgen und internationale Ermittlungen zuzulassen.

RND/dpa