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Die Staats-und Regierungschef der G7 Länder treffen sich auf Schloss Elmau bei Garmisch-Patenkirchen zum G7-Gipfel. Quelle: IMAGO/Nicolaj Zownir

Was steckt hinter G 7? Sieben Dinge, die man wissen muss

Carbis Bay. Wofür steht das Kürzel G 7? Was machen die Staats- und Regierungschefs eigentlich auf ihren Gipfeln in malerischer Umgebung? Sieben Antworten:

Ursprung

Die Weltwirtschaftskrise 1975 brachte Kanzler Helmut Schmidt und Frankreichs Präsidenten Valéry Giscard d’Estaing auf die Idee eines Gipfels der größten Industrienationen, um Lösungen zu suchen. Beim ersten Treffen auf Schloss Rambouillet bei Paris kamen die Staats- und Regierungschefs aus Frankreich, Deutschland, den USA, Großbritannien, Japan und Italien zusammen. Ein Jahr später komplettierte Kanada die G 7 für die nächsten fast 30 Jahre.

Gescheiterte Erweiterung

Russland erhielt 2002 die Vollmitgliedschaft, die G 8 existierte aber nur bis 2013. Wegen der russischen Annexion der Krim platzte 2014 der Gipfel im russischen Sotschi am Schwarzen Meer. Seitdem heißt die Gruppe wieder G 7.

Selbstverständnis

Der G 7 gehörten anfangs die sieben größten Industrienationen der Welt an. Heute ist das nicht nicht mehr der Fall: Italien und Kanada sind von China und Indien aus den Top 7 verdrängt worden. Die Wirtschaftskraft gilt aber heute ohnehin nicht mehr als wichtigstes Bindeglied zwischen den Mitgliedstaaten. Die gemeinsamen Werte der sieben Demokratien gewinnen angesichts des wachsenden Wettstreits mit Autokratien wie China und Russland an Bedeutung.

Gäste

Aus diesem Grund hat Bundeskanzler Olaf Scholz in diesem Jahr zum Gipfel auf Schloss Elmau auch die Demokratien Indien, Südafrika, Senegal, Indonesien und Argentinien eingeladen. Auch am letzten Gipfel in Großbritannien hatten bereits einige demokratische Staaten als Gäste teilgenommen.

Themen

Anfangs ging es bei den Gipfeln vor allem um die Wirtschaft. Deswegen wurden die Treffen auch Weltwirtschaftsgipfel genannt. Heute geht es um globale Fragen aller Art, diesmal vor allem um den Ukraine-Krieg und seine Folgen. Der Klimaschutz, ursprünglich mal als Topthema vorgesehen, wird dadurch auf der Agenda in die zweite Reihe zurückfallen.

Arbeitsweise

Die jährlichen Gipfel der Staats- und Regierungschefs werden durch Treffen ihrer Unterhändler und der Fachminister vorbereitet. Verbindliche Beschlüsse kommen dabei am Ende nicht heraus. In einem Abschlussdokument werden aber gemeinsame Positionen und Ziele festgeschrieben, an denen sich die Staats- und Regierungschefs messen lassen müssen.

Vorsitz

Die sieben Mitgliedstaaten wechseln sich ab. In diesem Jahr ist Deutschland an der Reihe, im nächsten Jahr ist es Japan. Der Gipfel soll in Hiroshima stattfinden, der Stadt, auf die die USA 1945 im Zweiten Weltkrieg den ersten Atomwaffenangriff verübten.

RND/dpa