Bundeswehrsoldaten sind im Bendlerblock zu ihrem feierlichen Gelöbnis angetreten. Mit einem neuen Freiwilligendienst will die Bundeswehr seit April 2021 bis zu 1000 zusätzliche Kräfte für Krisen- und Katastrophenfälle im Inland rekrutieren. Doch viele haben den Dienst nach kurzer Zeit wieder abgebrochen. Quelle: Maurizio Gambarini/dpa

Viele brechen neuen Freiwilligendienst der Bundeswehr nach kurzer Zeit ab

Berlin. Den Anfang April gestarteten neuen Freiwilligendienst für den Heimatschutz hat ein erheblicher Teil der neuen Rekruten abgebrochen. Mit Stand 2. Juni haben 63 freiwillig Wehrdienstleistende im Heimatschutz den Dienst abgebrochen, 235 setzen ihren Dienst fort. Das geht aus der Antwort des Verteidigungsministeriums auf eine parlamentarische Anfrage der Linksfraktion hervor, wie „Zeit Online“ am Freitag berichtete. Die Antwort liegt auch der Deutschen Presse-Agentur vor.

Der verteidigungspolitische Sprecher der Linksfraktion, Tobias Pflüger, schlug vor, das Programm zu beenden. Es habe falsche Erwartungen geweckt. „Mit Slogans wie "Dein Jahr für Deutschland" und "Heimat" wird vor allem eine rechte Zielgruppe angesprochen. Zudem wird der militärische Alltag in der Außendarstellung der Bundeswehr enorm romantisiert“, sagte Pflüger „Zeit online“.

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hatte zum Start des neuen Dienstes erklärt, der Name Heimatschutz sei bewusst gewählt und korrigiere frühere Fehler, diesen Begriff den Rechten zu überlassen. Nach Angaben der Bundeswehr gab es 9000 Bewerber für das Programm.

Die Bundeswehr will zusätzliche Kräfte für Krisen- und Katastropheneinsätze im Inland bereithalten, wie sie derzeit auch in der Corona-Pandemie benötigt werden. Der Dienst steht unter dem Motto „Dein Jahr für Deutschland“. Im ersten Jahr sollen 1000 Männer und Frauen ausgebildet werden.

RND/dpa