Ein von der Regierung beauftragter Leibwächter des Bürgermeisterkandidaten Guillermo Valencia greift während eines Wahlkampfstopps des PRI-Kandidaten in Morelia im mexikanischen Bundesstaat Michoacan in seinem Fahrzeug nach seinem Sturmgewehr. Seit dem offiziellen Beginn des Wahlkampfs im September waren nach Zahlen der Beraterfirma Etellekt 100 Politiker getötet worden, darunter 36 Kandidaten. Quelle: Marco Ugarte/AP/dpa

Gewaltwelle gegen Politiker in Mexiko reißt nicht ab: Bürgermeister erschossen

Zapotlán de Juárez. Auch knapp eine Woche nach den Wahlen in Mexiko reißt die Gewalt gegen Politiker nicht ab. Der Bürgermeister der Stadt Zapotlán de Juárez, Manuel Aguilar, wurde am Donnerstagabend (Ortszeit) getötet, wie die Generalstaatsanwaltschaft des Bundesstaates Hidalgo mitteilte. Medienberichten zufolge erschossen ihn Unbekannte vor seinem Haus, als er gerade mit seinem Sohn heimkehrte. Der Politiker der Zentrumspartei Movimiento Ciudadano (Bürgerbewegung) war erst seit Dezember Bürgermeister der kleinen zentralmexikanischen Stadt gewesen. Zu möglichen Festnahmen gab es keine Angaben.

Am Sonntag hatten in Mexiko Wahlen stattgefunden, bei denen es um mehr als 20.000 Ämter ging - die meisten davon auf Gemeindeebene, darunter fast 2000 Bürgermeisterposten. Seit dem offiziellen Beginn des Wahlkampfs im September waren nach Zahlen der Beraterfirma Etellekt 100 Politiker getötet worden, darunter 36 Kandidaten.

Dahinter werden meist kriminelle Gruppen vermutet, die miteinander um Einfluss über oft korrupte staatliche Institutionen konkurrieren. Laut Etellekt wurden seit dem Jahr 2000 in Mexiko 90 Bürgermeister umgebracht. Aufgeklärt werden solche Verbrechen selten.

RND/dpa