Paul Ziemiak, CDU-Generalsekretär Quelle: Christoph Soeder/dpa

CDU-Generalsekretär macht Rückzieher bei Twitter und löscht umstrittenen Tweet

Berlin. CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak hat nach der Rücknahme seiner Vorwürfe nun auch seinen umstrittenen Tweet zu einer Videobotschaft der Publizistin Carolin Emcke beim Grünen-Parteitag gelöscht. Dies teilte Ziemiak am Mittwoch auf Twitter mit - rund 14 Stunden nach seinen Tweets von Dienstagabend, mit denen er seine Vorwürfe zurückgenommen hatte. Emcke selbst äußerte sich zu dem Gespräch mit Ziemiak zunächst nicht.

Ziemiak hatte nach heftiger Kritik an seinen Äußerungen auf Twitter vom Samstag am Dienstagabend auf Twitter geschrieben, er habe ein längeres und gutes Telefonat mit Emcke geführt. „Miteinander reden ist besser als übereinander. Bin immer besonders sensibel, wenn ich Vergleiche mit Juden höre.“ Im Kontext der ganzen Rede werde deutlich, dass Emcke Hass und Lügen gegen Juden nicht vergleiche oder verharmlose. Sie engagiere sich seit jeher für die Demokratie und gegen Antisemitismus.

„Diese klare Haltung wollte ich nicht infrage stellen. Eine differenzierte Auseinandersetzung erfordert bei diesem Thema meistens mehr Raum als einen Tweet - das nehme ich mir zu Herzen“, erklärte Ziemiak am Dienstagabend. Am Mittwochmittag schrieb Ziemiak dann auf Twitter: „... und deshalb habe ich den ursprünglichen Tweet gelöscht.“

Ziemiak hatte Emcke am Samstag eine „geschichtsvergessene Entgleisung“ vorgeworfen, er war dafür heftig kritisiert worden. Nachdem Ziemiak die Vorwürfe am Dienstagabend zurückgenommen hatte, schrieb Grünen-Bundesgeschäftsführer Michael Kellner ebenfalls auf Twitter: „Finde ich gut, dass Du dich da korrigierst.“ Grünen-Fraktionsvize Konstantin von Notz antwortet Ziemiak in dem Kurznachrichtendienst ähnlich: „Finde ich gut, Paul. Danke!“

Hintergrund ist eine Videobotschaft von Emcke für den Grünen-Bundesparteitag am vergangenen Wochenende. Emcke, die unter anderem mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet wurde, hatte am Freitagabend gesagt: „Die radikale Wissenschaftsfeindlichkeit, die zynische Ausbeutung sozialer Unsicherheit, die populistische Mobilisierung und die Bereitschaft zu Ressentiment und Gewalt werden bleiben. Es wird sicher wieder von Elite gesprochen werden. Und vermutlich werden es dann nicht die Juden und Kosmopoliten, nicht die Feministinnen oder die Virologinnen sein, vor denen gewarnt wird, sondern die Klimaforscherinnen.“ Emcke zeigte bei dem kritisierten Zitat im Video Gänsefüßchen, etwa vor der Formulierung „Eliten“ oder „Juden und Kosmopoliten“.

RND/dpa