Ein Löschflugzeug über einem Flächenbrand in Alepochori (Griechenland) im Mai 2021. Quelle: XinHua/dpa

Kampf gegen Waldbrände: Griechenland setzt auf Wasserbomber

Fachleute erwarten infolge des Klimawandels weltweit mehr und intensivere Waldbrände. In Europa gehört Griechenland zu den am schlimmsten betroffenen Ländern. Die Regierung in Athen steckt jetzt 2,5 Milliarden Euro in die Aufforstung abgebrannter Wälder und die Beschaffung neuer Löschfahrzeuge sowie Wasserbomber.

Früher und heftiger als sonst hat in diesem Jahr in Griechenland die Waldbrandsaison begonnen. Ende Mai wütete am Golf von Korinth fünf Tage lang ein Feuer, das 7000 Hektar Wald- und Buschland einäscherte. Immer wieder wird Griechenland von verheerenden Feuerkatastrophen heimgesucht. 2007 wüteten während einer Hitzewelle riesige Waldbrände auf der Insel Euböa und der Halbinsel Peloponnes. Mehr als 70 Menschen kamen ums Leben. Im Juli 2018 starben 102 Menschen, als ein Feuersturm durch den Athener Vorort Mati fegte.

36 Löschflugzeuge sollen angeschafft werden

Jetzt investiert die Regierung des konservativen Premierministers Kyriakos Mitsotakis massiv in den Brandschutz. Die überalterte und seit mehr als 20 Jahren nicht mehr ergänzte Flotte von Löschflugzeugen soll bis 2025 mit acht Maschinen des Typs CL-515 des kanadischen Herstellers Viking Air verstärkt werden. Diese Amphibienflugzeuge können bis zu sieben Tonnen Löschwasser aufnehmen und über einem Brandherd abwerfen. Sieben ältere Maschinen des Vorgängertyps CL-415 will Griechenland modernisieren.

Außerdem plant das Land die Beschaffung von 36 kleineren Löschflugzeugen Air Tractor des schwedischen Herstellers Saab. Diese einmotorigen Maschinen können mit drei Tonnen Löschwasser bis zu fünfstündige Patrouillenflüge absolvieren. Sie gelten als ideal, um entstehende Brände schnell zu löschen, bevor sich die Flammen ausbreiten.

Wasserbomber gemietet

„Der Kern unseres Plans ist, Waldbrände früh zu erkennen und schnell zu bekämpfen“, sagt der griechische Vizeminister für Zivilschutz, Nikos Chardalias. In besonders brandgefährdeten Gebieten lässt die Regierung jetzt trockenes Unterholz und ausgedörrtes Gras entfernen. In abgelegenen Regionen werden zahlreiche Löschwassertanks mit je 40 000 Litern Fassungsvermögen installiert. Außerdem bestellt das Land 900 neue Löschfahrzeuge. Die Feuerwehren werden um 3000 Leute verstärkt. Für diesen Sommer mietet Griechenland außerdem sechs Air Tractor-Flugzeuge und einen russischen Wasserbomber vom Typ Berijew Be-200, der bis zu zwölf Tonnen Löschwasser fasst.

Die Gesamtkosten des Beschaffungsprogramms belaufen sich auf 1,76 Milliarden Euro. Weitere 700 Millionen Euro will Griechenland in die Aufforstung abgebrannter Wälder investieren. Bis zum Jahr 2030 sollen im ganzen Land rund 30 Millionen Bäume gepflanzt werden. Ein Großteil der Gelder kommt aus EU-Förderprogrammen. Im Gegenzug will Griechenland zwei der neuen Wasserbomber in die gemeinsame EU-Reserve einbringen. Die EU beschloss 2019 ein System zur Bewältigung von Naturkatastrophen (rescEU).

Die Luftflotte für die Waldbrandbekämpfung umfasst derzeit 13 Maschinen, die bei Bedarf in allen EU-Ländern eingesetzt werden können. Klimaforscher sagen, dass steigende Temperaturen und zunehmende Trockenheit nicht nur das Entstehen von Waldbränden begünstigen, sondern auch ihre Intensität verstärken und die Ausbreitung beschleunigen.

Von Gerd Höhler/RND