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Der unter Terrorverdacht stehende Bundeswehroffizier Franco A. hat mehrere unterschiedliche Email- und Telefonidentitäten genutzt. Quelle: Thomas Lohnes/Getty Images Europ

„Für verschiedene Dinge“: Offizier Franco A. hatte etliche Email- und Telefonidentitäten

Frankfurt/Main. Vor dem Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt, wo A. derzeit der Prozess gemacht wird, rechtfertigte sich der 32-Jährige am Donnerstag: „Ich benutzte verschiedene Email-Konten für verschiedene Dinge.“

A. muss sich unter anderem wegen der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat verantworten. Er hatte bestritten, Anschläge geplant zu haben und lediglich eingeräumt, unter falschem Namen einen Asylantrag gestellt zu haben.

Die Alias-Namen erklärte er damit, dass er „mit persönlichen Angaben sehr zurückhaltend“ sei. Die Telefonkarten habe er unter anderem in Geschäften gekauft, in denen bereits Namen auf die Karten registriert gewesen seien. Ihm sei es darum gegangen, Kommunikationsmöglichkeiten zu haben für den Fall, dass eines Tages die öffentliche Ordnung etwa in einem Bürgerkrieg zusammenbreche.

Pistole auf der Flughafentoilette

Die Bundesanwaltschaft wirft dem Mann vor, sich eine falsche Identität als syrischer Flüchtling zugelegt zu haben, um die geplanten Anschläge als Terrorakte eines anerkannten Asylbewerbers darzustellen - und so das Vertrauen in die Asylpolitik zu erschüttern. Der Offizier soll sich Schusswaffen, Munition und Sprengkörper unter anderem aus Bundeswehrbeständen beschafft haben.

Auch dazu wollte er vor Gericht bisher keine Angaben machen. Festgenommen worden war er im Februar 2017 in Wien, als er eine Pistole aus einem Versteck in einer Flughafentoilette holen wollte. Im November 2017 hatte der Bundesgerichtshof den Haftbefehl aufgehoben, seitdem befindet sich A. auf freiem Fuß.

Zu dem Asylantrag und der Bewilligung von Leistungen an den angeblichen Flüchtling sagten am Donnerstag zwei Zeugen aus. Anschließend wollte das Gericht Franco A. noch zu einer angeblich nach einem Offiziersball in Wien gefundenen Waffe befragen, die er nach eigenen Angaben in einer Toilette des Wiener Flughafens versteckt hatte, weil er vor der Sicherheitskontrolle bemerkte, dass er die Waffe noch in der Jacke trug. Von weiteren Angaben „möchte ich jetzt Abstand nehmen“, sagte A.

RND/dpa