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Soldaten der Bundeswehr steigen mit ihrer Truppenfahne aus einem Transportflugzeug vom Typ Airbus A400M der Luftwaffe. Quelle: Hauke-Christian Dittrich/dpa-Poo

Bundeswehr in Afghanistan: ein historischer Einsatz

Der Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr ist seit Mittwoch beendet. Und er ist historisch. Das lässt sich an den Zahlen ablesen.

Der Einsatz hat fast 20 Jahre gedauert und damit ungefähr doppelt so lange wie der Erste und der Zweite Weltkrieg zusammen. Er hat rund 12,5 Milliarden Euro gekostet. 160.000 Soldatinnen und Soldaten haben an dem Einsatz teilgenommen – und 59 dabei ihr Leben gelassen. Die deutschen Streitkräfte sind am Hindukusch andere geworden.

Gewiss, die Bundeswehr begann bereits in den 1990er-Jahren, sich zu einer Armee im Einsatz zu wandeln. Bis 1989 galt das Hauptaugenmerk einem etwaigen Überfall von Truppen des Warschauer Pakts. Die Struktur der Bundeswehr entsprach diesem Auftrag ebenso wie ihre Bewaffnung.

Die Zäsur folgte Mitte der 1990er-Jahre, als Jugoslawien in Bürgerkriegen zerfiel und der Westen intervenierte. Dabei nahm die Bundeswehr im Kosovo-Krieg 1999 auch an Luftangriffen teil. Wie umstritten dies war, verdeutlichte der Farbbeutel, der bei einem Grünen-Parteitag auf den damaligen Außenminister Joschka Fischer geworfen wurde. Er traf ihn mit voller Wucht.

Der Afghanistan-Einsatz war ähnlich umstritten. Gerhard Schröder, seinerzeit Bundeskanzler mit SPD-Parteibuch, musste die Abstimmung mit der Vertrauensfrage verbinden, um sich die erforderliche Mehrheit zu sichern. Später kamen Särge mit Gefallenen heim.

Immer tiefer wurde der Westen in den Konflikt hineingezogen. Nur wusste er nicht, wie er wieder herausfinden sollte.

Ob der Einsatz erfolgreich war? Auch dazu gibt eine Zahl Auskunft. So stellten von Januar bis März 3597 Afghaninnen und Afghanen einen Asylantrag in Deutschland. Unter den Flüchtlingen bei uns liegen sie seit Jahren in der Spitzengruppe.

Von Markus Decker/RND