Samstag , 24. September 2022
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Jovenel Moise (M), Präsident von Haiti, während einer Zeremonie zum 215. Todestag des Revolutionshelden Toussaint Louverture im Nationalen Pantheon Museum. Moise wurde in seiner Residenz überfallen und tödlich verletzt. Seine Frau, Martine Moïse, die bei dem Angriff verletzt wurde sagte nun, dass der Anschlag auf ihren Mann auch dessen Träumen, Visionen und Ideen gegolten habe. Quelle: Dieu Nalio Chery/AP/dpa

„Innerhalb eines Wimpernschlags“: Moïse-Witwe meldet sich erstmals zu Wort

Port-au-Prince. In Haiti hat sich die Witwe des ermordeten Präsidenten Jovenel Moïse erstmals aus dem Krankenhaus gemeldet. Der Anschlag auf ihren Mann habe auch dessen Träumen, Visionen und Ideen gegolten, sagte Martine Moïse in einer am Samstag veröffentlichten Stellungnahme. „Innerhalb eines Wimpernschlags drangen die Söldner in mein Haus ein und durchlöcherten meinen Mann mit Kugeln (...), ohne ihm auch nur die Chance zu geben, ein Wort zu sagen“, sagt Martine Moïse in der Audiobotschaft auf Twitter.

„Ihr wisst, gegen wen der Präsident gekämpft hat“, sagte sie. „Diese Leute haben Söldner gedungen, um den Präsidenten und seine Familie zu töten, wegen der Projekte für Straßen, Elektrizität, Trinkwasserversorgung, der Organisation des Referendums und Wahlen.“

Knapp zwei Minuten dauert die Nachricht, die am Ende abbricht abrupt ab. Die Echtheit der Audiodatei wurde von dem haitianischen Kommunikationsminister bestätigt.

Moïse war in der Nacht zu Mittwoch in seiner Residenz erschossen worden. Seine Frau wurde verletzt. Die Polizei nahm mehr als ein Dutzend Menschen fest, die meisten von ihnen ehemalige kolumbianische Soldaten.

Unklar war, wer die Angreifer bezahlt hat und weshalb der Präsident getötet wurde. Das Attentat hat das schon zuvor von Bandengewalt und Armut erschütterte Haiti in einen destabilisierenden Machtkampf gestürzt.

RND/AP