Freitag , 2. Dezember 2022
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FDP-Generalsekretär Volker Wissing Quelle: Getty Images

FDP-Generalsekretär Wissing: „Allein auf die Inzidenz zu schauen, das ist sicher nicht richtig“

Schon bald könnte die Inzidenz nicht mehr das entscheidende Maß für die Corona-Politik sein. Viele kritisieren die inzwischen fehlende Aussagekraft des Inzidenzwertes. Auch hat Zweifel.

Berlin. Die Bundesregierung plant offenbar, ihre Corona-Politik nicht mehr allein nach dem Inzidenzwert auszurichten. So berichtet es die „Bild“-Zeitung. Wegen der steigenden Impfquote und den weitgehend geschützten Risikogruppen solle stattdessen die Anzahl der Corona-Patienten in Krankenhäusern der entscheidende Leitindikator werden.

Überhaupt nehmen die Zweifel an der Aussagekraft der Inzidenzwerte zu. „Die Inzidenzen sind natürlich ein Hinweis darauf, wie sich die Pandemie entwickelt, aber allein auf die Inzidenz zu schauen, das ist sicher nicht richtig“, sagte am Montag im „Frühstart“ von RTL/ntv. Es reiche auch nicht, zusätzlich die Intensivbetten-Belegung zu berücksichtigen. „Wir müssen auch darauf achten, wie viele Menschen überhaupt hospitalisiert werden müssen“, so der FDP-Politiker.

Schwere Fälle steigen nicht

Zudem sollten laut Wissing die Eigenschaften der aktuell dominanten Virus-Varianten einbezogen werden. „Die Ansteckungsgefahr durch die Delta-Variante ist wohl höher. Aber gegenwärtig, sagen die Fachleute, steigen die schweren Fälle nicht.“ Das müsse einfach beachtet werden.

Die Sieben-Tage-Inzidenz, die die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche abbildet, gilt unter Experten weiterhin als Anzeiger dafür, wie sich das Virus in der Bevölkerung verbreitet. Viele Fachleute sind sich darin einig, dass mit zunehmendem Impfschutz in der Bevölkerung die Inzidenz in einem anderen Verhältnis zu schweren Verläufen steht als noch vor einigen Monaten.

RND/dpa/cz