Ein Mann tippt auf der Tastatur. Quelle: Franziska Gabbert/dpa-tmn

Bundestagswahl im Visier von Hackern

Dass die Sicherheitsbehörden vor Angriffen bei der Bundestagswahl warnen, wundert nicht. Sowohl im Netz als auch auf der Straße existieren zahlreiche Angriffsflächen.

Zwar waren Manipulationsversuche aus dem Ausland in Deutschland bislang weithin beherrschbar. Was inländische „Querdenker“ und Verschwörungstheoretiker treiben, ist längst hinlänglich bekannt. In der analogen Welt kann es freilich rasch zu lebensgefährlichen Attacken auf Politiker kommen.

Aus den Bedrohungen im Netz folgt, dass Politiker ihre Kommunikation besser schützen müssen. Soweit man das von außen überblicken kann, geschieht dies.

Heilsame Schocks ging dabei von einem Hackerangriff auf den Bundestag 2015 und von einem 2019 entdeckten 20-Jährigen aus Mittelhessen aus, der sich Daten von knapp 1000 deutschen Politikern und Prominenten beschafft hatte.

Aktuell registrieren die Sicherheitsbehörden Attacken aus Russland und stellen einschlägige Hilfe für alle Parteien in Aussicht, die bei der Bundestagswahl antreten.

Gegen physische Bedrohungen können sich Politiker nur bedingt wappnen. Dass das Bundeskriminalamt und die 16 Landeskriminalämter dafür zusätzliches Personal abstellen, ist daher richtig.

Wie groß die Risiken sind, zeigt nicht nur die Ermordung des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke 2019, sondern auch die Ermordung der britischen Labour-Abgeordnete Jo Cox im Vorfeld des Brexit-Referendums 2016. Beide Male waren Rechtsextremisten die Urheber.

Dass auch AfD-Parlamentarier und deren Büros attackiert werden, soll an dieser Stelle nicht verschwiegen werden. Es ist moralisch nicht weniger verwerflich. Überdies schadet es der Demokratie und heizt die Atmosphäre weiter auf. Darunter leiden letztlich alle.

Von Markus Decker/RND

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