Montag , 5. Dezember 2022
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Karl-Josef Laumann (CDU) ist Gesundheitsminister in NRW. Quelle: Jonas Güttler/dpa

Laumann zu Kinder-Impfungen: In NRW nur unter „strengen Vorgaben“ und individueller Beratung

Düsseldorf. NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann hat die wegen ihrer Haltung zur Impfung von Kindern und Jugendlichen unter Druck geratene Ständige Impfkommission verteidigt. Man solle die Unabhängigkeit der Stiko akzeptieren, er habe Vertrauen in das wissenschaftliche Gremium.

Das sagte der CDU-Politiker am Dienstag auf WDR 5 im „Morgenecho“. Nordrhein-Westfalen werde die Stiko-Empfehlung zur Corona-Schutzimpfung von Heranwachsenden ab zwölf Jahren weiter einhalten.

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern hatten am Montag einstimmig beschlossen, die Impfungen für 12- bis 17-Jährige in allen Ländern auch in regionalen Impfzentren anzubieten - so wie es in Arztpraxen bereits möglich ist. NRW mache dieses Angebot Kindern ab zwölf Jahren bereits seit rund zwei Wochen in Praxen und Impfzentren, schilderte Laumann.

Impfzeiten für Kinder in NRW

Dabei gebe es die „strenge Vorgabe“, dass vor einer Impfung individuell beraten werden müsse. In NRW gehe man hier „sehr sorgsam“ vor. In den Impfzentren des Landes würden bestimmte Zeiten angeboten, in denen speziell Eltern mit ihren Kindern kommen könnten und die Impfungen von Kindern- und Jugendärzten vorgenommen würden.

Laumann appellierte an Eltern, Großeltern, Personal in Kitas und Schulen oder Jugendvereinen, sich impfen zu lassen. Denn das erhöhe auch den Schutz für die Kinder.

In Deutschland empfiehlt die Stiko Impfungen von Kindern nicht allgemein, sondern nur bei höherem Risiko für schwerere Corona-Verläufe etwa wegen Erkrankungen wie Diabetes. Die Datenlage reiche nicht, um mögliche Folgeschäden auszuschließen.

Kritik kam etwa von SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach oder auch dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte. Nach Angaben des Düsseldorfer Gesundheitsministeriums vom Montag sind in NRW bereits rund 22 Prozent der 12- bis 17-Jährigen mindestens einmal geimpft.

RND/dpa