Dienstag , 21. September 2021
Ein Kinder- und Jugendarzt impft in Berlin einen Jugendlichen mit dem Corona-Impfstoff von Biontech (Archivbild). Quelle: Fabian Sommer/dpa

Linke fordern mobile Impfteams in Jobcentern und in Unternehmen

Berlin. Der ins Stocken geratene Impffortschritt sollte nach Ansicht der Linken durch mehr Impfangebote im Alltag wieder Schwung bekommen.

„Wir müssen mit den Impfteams dahin gehen, wo die Menschen in ihrem Alltag sind. Impfangebote beim Einkaufen gibt es vereinzelt schon, das muss weitergeführt und ausgebaut werden“, sagte Linke-Bundes­geschäfts­führer Jörg Schindler dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Der nächste große Schritt muss sein, dass die Impfteams in die Jobcenter und in die Betriebe kommen.“

Schindler sagte, die wenigsten Unternehmen hätten Betriebsärzte. „Da müssen wir mobile Impfteams losschicken, die den Menschen am Arbeitsplatz ein Angebot machen. Die Betriebe müssen verpflichtet werden, den Impfteams Zugang zu gewähren und die Beschäftigten für die zum Impfen notwendige Zeit freizustellen.“

Schindler fordert Impfangebote in Jobcentern

Der Linke-Politiker bemängelte, dass es in den Jobcentern noch gar keine Angebote gebe. „Gerade hier muss die Impfquote dringend aufholen. Nach einer Erhebung der Hans-Böckler-Stiftung ist der Anteil der Menschen, die sich vielleicht impfen lassen würden, aber noch keine Gelegenheit hatten, im untersten Fünftel der Einkommen mit 31 Prozent am höchsten. Dazu gehören viele Arbeitslose, Aufstockende und prekär Beschäftigte“, so Schindler.

Er sei sich sicher, dass Menschen, die jetzt noch keinen Impftermin hätten, nicht unbedingt Impfverweigerer seien. „Viele lassen sich nicht impfen, weil sie von den Berichten über das Impfchaos der letzten Monate verunsichert sind. Viele wissen auch nicht, wie sie den Aufwand in einem stressigen Leben unterbringen sollen“, sagte Schindler dem RND. „Ich bin sicher, wir können die Impfquote massiv erhöhen, wenn wir das Angebot zu den Menschen an ihren Arbeitsplatz bringen.“

52,5 Prozent der Deutschen sind derzeit vollständig geimpft. Das sind etwa 43,7 Millionen Menschen. Allerdings sinkt die Zahl der verabreichten Impfdosen von Tag zu Tag.

Von Thoralf Cleven/RND