Samstag , 3. Dezember 2022
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Sollen Corona-Tests weiterhin kostenlos bleiben? Nein, sagen Verbraucherschützer. Der Staat solle sein Geld für wirklich notwendige Aufgaben ausgeben. Quelle: Moritz Frankenberg/dpa

Verbraucherschützer kritisieren: Kostenlose Corona-Tests für Ungeimpfte sind falscher Weg

Berlin. Verbraucherschützer halten es für gerechtfertigt, dass Ungeimpfte künftig die Kosten für Corona-Schnelltests selbst tragen sollen. „Die Situation ist nicht mehr vergleichbar mit der der vergangenen 15 Monate.

Der Staat muss sein Geld für die Aufgaben einsetzen, die wirklich notwendig sind und das sind nicht kostenlose Tests für Leute, die sich nicht impfen lassen wollen, obwohl sie es könnten“, sagte der Vorstand der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), Klaus Müller, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Am Dienstag beraten Bund und Länder erneut über das weitere Vorgehen in der Pandemie.

Verbraucherschützer zu Corona-Maßnahmen: Maskenpflicht ist weiter vertretbar

Für vertretbar hält Müller auch, dass die Menschen weiter Mund-Nasen-Schutz tragen sollten. „Wenn man mit einer Maske Menschen schützt, dann ist es die Maßnahme mit dem kleinstmöglichen Eingriff in unsere Rechte“, sagte der Chef des Bundesverbandes.

Die Masken seien eine der unterschätztesten Maßnahmen gewesen, sagte Müller. Das Bundesgesundheitsministerium schlägt in einem Papier vor, dass „bis ins Frühjahr 2022“ in allen Bereichen des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs sowie im Einzelhandel medizinische Masken Pflicht bleiben sollen.

Neue Abo-Angebote im ÖPNV wegen Homeoffice notwendig

Müller forderte angesichts des verstärkten Arbeitens im Homeoffice zugleich neue Abo-Angebote im öffentlichen Nahverkehr. „Wenn es nur ein Jahres-, Monats- oder Wochenticket gibt, dann entspricht das nicht mehr dem Nutzerverhalten. Gerade für Pendler braucht es neue, flexible Angebote, eine Art Homeoffice-Ticket für nur einzelne Wochentage“, sagte der Chef des Bundesverbandes. Auch müsse massiv in den öffentlichen Nahverkehr investiert werden, der zu den Krisenverlierern zähle.

RND/dpa