Samstag , 3. Dezember 2022
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Ein deutsches Evakuierungsflugzeug auf dem Weg nach Kabul. Quelle: Moritz Frankenberg/dpa

Maschine gelandet: Deutscher Evakuierungsflieger bringt 125 Menschen aus Kabul nach Usbekistan

Berlin. Die zweite Evakuierungsmaschine der Bundeswehr mit 125 Menschen aus Afghanistan an Bord ist am Dienstagnachmittag in Taschkent im Nachbarland Usbekistan gelandet. Das sagte ein Sprecher des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr der Deutschen Presse-Agentur, nachdem “Bild” dies zuerst gemeldet hatte.

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Das Verteidigungsministerium hatte nach dem Start der Maschine in der afghanischen Hauptstadt Kabul auf Twitter mitgeteilt: “Mit 125 Evakuierten ist der A400M von Kabul wieder auf dem Weg nach Taschkent/Usbekistan.” An Bord seien “deutsche Staatsbürger und afghanische Ortskräfte sowie weitere zu Schützende”. Außenminister Heiko Maas (SPD) schrieb: “Die Luftbrücke ist angelaufen und wird intensiv fortgesetzt, sofern die Sicherheitslage dies irgendwie zulässt.”

Eine erste Bundeswehr-Maschine hatte nach der faktischen Machtübernahme der Taliban in der vorangegangenen Nacht die ersten fünf Deutschen sowie einen Europäer und einen Afghanen aus Kabul unter schwierigen Bedingungen ins Nachbarland Usbekistan ausgeflogen. Der Transportflieger vom Typ A400M war zuvor fünf Stunden lang über dem Flughafen Kabul gekreist, der wegen chaotischer Zustände auf dem Rollfeld gesperrt war. Das Benzin hätte nicht mehr lange gereicht.

Die Bundesregierung will die Evakuierungsaktion nun mit Hochdruck fortsetzen. Noch an diesem Dienstag plante die Bundeswehr zwei weitere Evakuierungsflüge aus Kabul, wie Maas in Berlin mitteilte. “Die Lage am Flughafen hat sich Gott sei Dank stabilisiert”, sagte der SPD-Politiker. Deutsche Staatsangehörige würden auf dem Weg zum Flughafen an Kontrollstellen der Taliban durchgelassen. Daher habe die Botschaft sie aufgefordert, sich zum Flughafen zu begeben.

Auch Ortskräfte befänden sich bereits am Flughafen. Man sei dabei, zusammen mit den USA und anderen Partnern zu organisieren, dass weitere Ortskräfte ebenfalls dorthin kommen könnten, sagte Maas. “Für die ist die Lage deutlich gefährlicher, weil es die Zusage, an den entsprechenden Kontrollpunkten der Taliban durchgelassen zu werden, nicht gibt.”

RND/dpa