Cannabis­gesetze sind weltweit sehr unterschiedlich. Quelle: imago images/Westend61

Von Kanada bis Portugal: So gehen andere Staaten mit Cannabis um

Uruguay war 2013 das erste Land der Welt, das den Besitz und Konsum von Cannabis vollkommen legalisierte. Seit 2017 sind auch Anbau und Verkauf geregelt: Wer volljährig ist und in Uruguay wohnt, kann nach Registrierung bis zu 40 Gramm monatlich in Apotheken erwerben. Zudem sind Cannabisclubs zum gemeinsamen Eigenanbau erlaubt. Kanada legalisierte 2018 den Konsum von Cannabis als Genuss­mittel. Je nach Bundesstaat müssen Konsumentinnen und Konsumenten mindestens zwischen 18 und 20 Jahre alt sein. In den USA ist Cannabis in 18 Bundes­staaten, darunter Kalifornien und New York, legalisiert. Personen ab 21  Jahren dürfen legal Cannabis­produkte erwerben und besitzen. Mit der Freigabe in weiteren Bundes­staaten wird gerechnet. Cannabis zum medizinischen Gebrauch ist in 36 Bundes­staaten legal. In Mexiko erklärte im Sommer der Oberste Gerichtshof zum wiederholten Mal ein Gesetz für verfassungs­widrig, das den Konsum von Marihuana generell unter Strafe stellt. Damit kann jeder, der möchte, eine Erlaubnis beantragen zum Konsum oder auch zum Anbau von Cannabis. Das Land könnte nach einer von Aktivisten erhofften politischen Freigabe zu einem der größten Cannabis­märkte der Welt werden. Befür­worter sehen das als Schlag gegen die mächtigen Drogenkartelle, die Mexiko mit Terror und Gewalt überziehen. Auch Kolumbien bewegt sich aus ähnlichen Gründen auf eine Liberalisierung des Cannabis­konsums zu.

Verschiedene Grenzwerte in Europa

In Europa hat noch kein Land die Droge frei­gegeben, in einer Reihe von Ländern sind Konsum und Besitz kleiner Mengen aber komplett entkriminalisiert. Portugal verfolgt Konsum und Besitz in kleinen Mengen bei allen Drogen nur noch als Ordnungs­widrigkeit. In den Niederlanden wird bereits seit 1976 der Besitz von bis zu 30 Gramm Cannabis nicht mehr verfolgt, ebenso wenig der Anbau von bis zu fünf Pflanzen. Die bekannten Coffeeshops dürfen zwar an Konsumenten verkaufen, sich aber nicht legal in größeren Mengen versorgen. In Belgien ist der Besitz von bis zu drei – Haschisch oder Marihuana entkriminalisiert, in Tschechien wird der Besitz von bis zu 15 Gramm nicht verfolgt. In Italien könnte bald der Anbau von ein bisschen Cannabis für den eigenen Konsum erlaubt werden. Einem entspre­chenden Plan müssten allerdings noch beide Kammern des italienischen Parlaments zustimmen. Dann könnte der Besitz von bis zu vier privaten Hanfpflanzen legalisiert werden. Italien liegt laut Schätzungen der EU-Drogen­­aufsichts­­behörde auf Platz zwei nach Frankreich, wenn es um Cannabis­konsum bei den 15- bis 34-Jährigen geht. Die Befürworter hoffen, den Schwarz­markt auszutrocknen und der Mafia damit einen Schlag zu versetzen. Auch in Israel steht eine Freigabe bereits seit Jahren auf der politischen Agenda und soll bald Wirklichkeit werden.

Berlin. RND

Von Jan Sternberg/RND

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