Weiße Fahnen erinnern in Washington an die Covid-Toten. Die Coronavirus-Pandemie hat in den USA in etwa so viele Menschen das Leben gekostet wie die Spanische Grippe 1918 bis 1919. Quelle: imago images/ZUMA Wire

Corona in den USA: So viele Todesopfer wie während der Spanischen Grippe

New York. Die Coronavirus-Pandemie hat in den USA in etwa so viele Menschen das Leben gekostet wie die Spanische Grippe 1918 bis 1919. Die Johns-Hopkins-Universität meldete am Montag (Ortszeit) gut 674.000 Todesfälle in Verbindung mit Corona. Das entspricht etwa der geschätzten Zahl der Grippetoten bei der Pandemie vor gut 100 Jahren. Täglich kommen derzeit im Durchschnitt 1900 Todesfälle hinzu und im Herbst könnte es nach Berechnungen der Universität Washington noch einen Anstieg geben.

Spanische Grippe tötete 50 Millionen Menschen

Obwohl sich die Todeszahlen derzeit gleichen, war die Wirkung der Spanische Grippe nach Einschätzung von Experten und Expertinnen ungleich schwerer, weil die USA damals nur ein Drittel ihrer heutigen Einwohnerzahl von rund 330 Millionen hatten. Global gesehen war die Spanische Grippe noch verheerender. Sie tötete etwa 50 Millionen Menschen weltweit, im Zusammenhang mit Corona sind es bislang 4,6 Millionen.

Dennoch sei Corona eine Tragödie, insbesondere in den USA, sagte der Medizinhistoriker Howard Markel von der Universität Michigan. Es gebe heute weitaus umfassendere wissenschaftliche Kenntnisse als 1919 und sogar schon einen Impfstoff, doch es sei nicht gelungen, diese Vorteile im Kampf gegen Corona zu nutzen. „Große Teile der amerikanischen Gesellschaft und - was noch schlimmer ist - ihre Führer haben dies weggeworfen“, sagte Markel.

RND/AP