CDU-Politiker Wolfgang Bosbach hat seine eigene Partei nach dem historisch schlechten Ergebnis nach der Bundestagswahl kritisiert. (Archivbild) Quelle: Henning Kaiser/dpa

„Die Revolution wird ausbleiben“: Bosbach kritisiert Jubel nach CDU-Wahldebakel

CDU-Politiker Wolfgang Bosbach hat seine eigene Partei nach dem historisch schlechten Ergebnis nach der Bundestagswahl kritisiert.

„Für den Jubel auf der CDU-Wahlparty habe ich nur begrenztes Verständnis“, sagt er im Podcast „Die Wochentester“ von „Kölner Stadt-Anzeiger“ und RedaktionsNetzwerk Deutschland im Gespräch mit Co-Moderator Christian Rach. „Also höflichen Applaus: o. k., schon für den wirklich beeindruckenden Einsatz im Wahlkampf. Aber damit kann man doch nicht zufrieden sein. Dann kann man doch nicht einfach sagen, immer weiter, immer weiter.“

Mit Blick auf die notwendigen Veränderungen innerhalb der Partei vor den kommenden Landtagswahlen in NRW sagt Bosbach, dass eine Revolution ausbleiben werde: „Ich kenne die Partei gut.“ Schließlich hätten Präsidium und Bundesvorstand Armin Laschet „durchgedrückt“. „Die werden doch jetzt nicht sagen: Oh, das war ein Fehler, wir hätten doch besser Markus Söder genommen. Sondern sie werden bei ihrer Haltung bleiben, wir haben alles richtig gemacht. Allerdings: Die Wählerinnen und Wähler haben die Brillanz unserer Überlegungen nicht erkannt.“

Die Kritik des sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU) an der eigenen Partei kommentiert Bosbach wie folgt: „Ich glaube nicht, dass es der Wunsch von Michael Kretschmer ist, ein Parteienbündnis unter der Flagge Jamaika zu torpedieren. Ich glaube eher, dass es sein Wunsch ist, aus diesem desaströsen Wahlergebnis Konsequenzen zu ziehen, persönlich und politisch inhaltlich.“

Kretschmer hatte gesagt, inhaltliche und personelle Fehlentscheidungen der CDU ausschlaggebend für die Wahlniederlage gewesen seien. „Deswegen braucht es jetzt erst mal ein Innehalten“, empfahl Kretschmer. „Die CDU hat diese Wahl verloren“, sie trage Verantwortung. Er sehe keinen Auftrag für eine Regierungsbildung.

RND/sic/Kölner Stadtanzeiger

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