Anzeige
Ein Mann raucht in einem Coffeeshop einen Joint mit Marihuana. Quelle: Oliver Berg/dpa

Überblick: In diesen Ländern ist Cannabis schon legal

Mit einer Ampelkoalition in Deutschland könnte auch Cannabis legalisiert werden. Alle drei Parteien, SPD, FDP und Grüne, hatten sich offen für eine Legalisierung gezeigt. Kritik kommt von der Gewerkschaft der Polizei (GdP): Sie warnt unter anderem davor, dass es zu mehr Unfällen im Straßenverkehr wegen des Cannabis­konsums kommen werde. Auch Experten warnen vor dem leichtfertigen Umgang mit der Droge.

Doch in einigen Ländern ist Cannabis bereits legalisiert oder zumindest entkriminalisiert worden. Der Besitz kleinerer Mengen wird also nicht bestraft, sondern allenfalls mit einem Bußgeld geahndet. Wir geben einen Überblick, welche Regelungen wo gelten.

Wo Cannabis legal ist – oder zumindest geduldet wird

Niederlande: Der Besitz, Anbau und Verkauf von Cannabis sind entgegen landläufiger Meinungen illegal. Allerdings wird der persönliche Gebrauch von Cannabis schon seit 1976 nicht mehr verfolgt. Fünf Gramm Cannabis (bis 1996 waren es noch 30 Gramm) und bis zu fünf Cannabispflanzen werden ohne Strafverfolgung toleriert. Auch die Coffeeshops dürfen keine größeren Mengen Cannabis abgeben. Uruguay: Der Besitz von Cannabis war nie explizit verboten, die völlige Entkriminalisierung erfolgte jedoch erst 2014. Seitdem ist auch der Anbau erlaubt. Volljährige Personen dürfen bis zu sechs Cannabispflanzen anbauen. In lizensierten Apotheken gibt es außerdem Cannabis zu kaufen. Der THC-Gehalt darf dabei 15 Prozent nicht überschreiten. USA: In mehr als 15 US-Bundesstaaten ist Cannabis inzwischen legal. Zunächst war Cannabis vor allem zu medizinischen Zwecken erlaubt, inzwischen ist es auch als Freizeitdroge in vielen Bundesstaaten legal. Wer mindestens 21 Jahre alt ist, darf Cannabis dort kaufen und konsumieren. Portugal: Die Drogenpolitik in Portugal wurde schon früh liberalisiert. Cannabis ist zwar nicht legal, wurde aber entkriminalisiert. Das bedeutet, Konsum und Besitz kleiner Mengen werden nur als Ordnungswidrigkeit behandelt. Zehn Tagesdosen (25 Gramm) sind demnach straffrei. Wer mit Drogen bis 25 Gramm aufgegriffen wird, muss mit der „Kommission zur Abmahnung von Drogensucht“ sprechen und erhält Hilfsangebote. Im Wiederholungsfall gibt es Verwarnungen, wie Geldbußen oder Führerscheinentzug. Italien: In Rom ist ein neues Gesetz geplant, wonach bis zu vier Hanfpflanzen zum Eigenkonsum künftig erlaubt sein könnten. Spanien: Der Cannabiskonsum gilt hier als Ordnungswidrigkeit, der Handel ist verboten. Tschechien: Seit 2010 ist der Konsum von Cannabis und der Besitz zum Eigenbedarf erlaubt. Mengen von unter 15 Gramm werden nicht verfolgt. Belgien: Seit Juni 2003 wird der Cannabisbesitz zum persönlichen Gebrauch nicht strafrechtlich verfolgt. Die Grenze liegt bei drei Gramm beziehungsweise einer Pflanze. Ein Bußgeld von 75 bis 125 Euro gibt es aber dennoch, für Wiederholungstäter steigt das Bußgeld. Kanada: Seit 2018 ist der Konsum von Cannabis in Kanada erlaubt, je nach Bundesstaat ab 18 oder 20 Jahren. Kanada hat sogar einen Cannabisminister, der sich um die Besteuerung und Kontrolle der Anbauer kümmert. Bis zu 30 Gramm Cannabis und vier Pflanzen darf ein Erwachsener besitzen. Schweiz: Der Besitz von Cannabis gilt in der Schweiz als Ordnungswidrigkeit, wenn es sich um weniger als zehn Gramm handelt. Russland: In Russland handelt es sich beim Cannabisbesitz ebenfalls um eine Ordnungswidrigkeit, sofern die Menge von sechs Gramm nicht überschritten wird.

Von Sven Christian Schulz /RND