Soldaten nehmen vor dem Reichstagsgebäude an dem Großen Zapfenstreich in Berlin teil, um den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr zu würdigen. Quelle: Christophe Gateau/dpa

Zapfenstreich-Kritik: Verteidigungsministerium zeigt sich enttäuscht

Berlin. Das Bundesverteidigungsministerium hat mit Ernüchterung auf Kritik am Großen Zapfenstreich mit Fackeln vor dem Reichstagsgebäude reagiert.

„Debatte ist notwendig und wichtig. Vergleiche mit dem dunkelsten Kapitel Deutschlands enttäuschen uns“, schrieb das Ministerium am Donnerstag auf Twitter. Die Bundeswehr sei eine Parlamentsarmee. „Als diese hat sie ihren Platz inmitten der Gesellschaft - bei besonderen Anlässen auch vor dem Reichstagsgebäude.“ Zu dem Kommentar postete das Ministerium ein Erklärvideo zum Zapfenstreich.

Bundestag und Bundesregierung hatten den etwa 90.000 in Afghanistan eingesetzten Männern und Frauen der Bundeswehr am Mittwoch für ihren schwierigen Einsatz gedankt. Auf einen Abschlussappell vor dem Verteidigungsministerium folgte vor dem Reichstagsgebäude ein Großer Zapfenstreich, das höchste militärische Zeremoniell der deutschen Streitkräfte.

Die Bilder von Soldaten mit Fackeln vor dem Reichstagsgebäude haben im Netz teilweise Befremdung und Kritik ausgelöst. Eine Reihe von Twitter-Nutzern fühlten sich durch die Szenen an dunkle Kapitel der deutschen Geschichte erinnert. Andere Nutzer widersprachen, mehrere Verteidigungspolitiker reagierten irritiert auf die Kritik. Das Schlagwort #Zapfenstreich lag am Donnerstag zeitweise auf Platz zwei der Twitter-Trends für Deutschland.

RND/dpa

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