Anzeige
Dänemark verlängert allgemeine Grenzkontrollen wegen anhaltenden Gefahr durch militante Islamisten und die organisierte Kriminalität unter anderem an der Grenze zu Deutschland. Quelle: picture alliance / dpa

Dänemark lockert Corona-Einreiseregeln, verlängert aber allgemeine Grenzkontrollen

Kopenhagen. Dänemark kontrolliert in den kommenden Monaten weiter seine Grenzen – allerdings nicht im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie. Ab dem 25. Oktober werden die Corona-Grenzkontrollen aufgehoben, doch die allgemeinen Grenzkontrollen werden um sechs Monate bis zum 11. Mai 2022 verlängert.

Begründet wird der vorübergehende Schritt mit der anhaltenden Gefahr durch militante Islamisten und die organisierte Kriminalität. Das hat die dänische Regierung vergangene Woche der EU-Innenkommissarin Ylva Johansson mitgeteilt, wie aus einem Brief von Justizminister Nick Hækkerup hervorgeht. Gleichzeitig informierte Hækkerup Brüssel darüber, dass das Ampelsystem, welches das Infektionsgeschehen in anderen Ländern bewertet, abgeschafft wird.

Dann gelten unterschiedliche Regelungen für Reisende aus EU- und Schengenländern und Drittstaaten. Reisende aus EU- und Schengenländern, die eine vollständige Impfung oder Genesung oder einen negativen Coronatest vorlegen, können ohne weitere Einschränkungen nach Dänemark reisen. Andere Reisende aus EU- und Schengenländern müssen innerhalb von 24 Stunden nach Einreise einen Corona-Test machen. Für Reisende aus Drittstaaten kann es gegebenenfalls neben einem Test nach Einreise auch eine häusliche Selbstisolation erforderlich sein, so das Auswärtige Amt.

Allgemeine Grenzkontrollen an deutsch-dänischer Landesgrenze und bei Fährverbindungen

Hingegen werden sich die allgemeinen Grenzkontrollen nach dem 25. Oktober auf die deutsch-dänische Landesgrenze, die Grenze über den Öresund nach Schweden sowie die dänischen Häfen mit Fährverbindungen nach Deutschland und Schweden konzentrieren. Hækkerup beteuerte, dass der Umfang der Kontrollen so begrenzt wie möglich sein werde.

Eigentlich gibt es im Schengenraum, dem 26 europäische Länder angehören, keine Personenkontrollen an den Grenzen. Nach der Flüchtlingskrise hatten aber Länder wie Deutschland, Österreich, Dänemark und Schweden solche Kontrollen teils wieder eingeführt. Einige Staaten haben die Maßnahmen seitdem halbjährlich verlängert.

RND/bv/dpa