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Mehrere Bundesländer stellen sich auf steigende Flüchtlingszahlen ein. Grund ist die gestiegene Migration aus Syrien und Afghanistan. Quelle: picture alliance / dpa

Steigende Flüchtlingszahlen: Bundesländer bauen ihre Unterkünfte aus

Berlin. Mehrere Bundesländer stellen sich auf steigende Flüchtlingszahlen ein. Das Land Berlin will innerhalb von vier Wochen fünf Unterkünfte mit zusammen 1.200 Plätzen eröffnen, wie Monika Hebbinghaus vom Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF) am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur sagte. Nach Angaben des LAF wurden bis Ende September rund 5.000 Neuankömmlinge registriert und damit bereits mehr als im gesamten Vorjahr (4.589).

In Brandenburg ist die Zahl der Schutzsuchenden in der Erstaufnahme im Oktober bisher auf über 2.000 gestiegen - so viel wie in keinem anderen Monat des Jahres. Die Erstaufnahme-Standorte sind nach Angaben des Innenministeriums aber noch nicht an ihrer Kapazitätsgrenze. Während im August 485 Menschen gezählt wurden und im September 1.479, seien es vom 1. bis 18. Oktober 2.098 Asylsuchende gewesen. Der Großteil darunter - mit 1.931 Menschen - sei über die polnische Grenze nach Brandenburg gekommen.

Vermehrt illegale Grenzübertritte an deutsch-polnischer Grenze beobachtet

Die Bundespolizei registriert seit geraumer Zeit vermehrt illegale Grenzübertritte an der deutsch-polnischen Grenze und bringt das mit der Situation in Belarus in Verbindung. Die Regierungen mehrerer Länder beschuldigen den dortigen Machthaber Alexander Lukaschenko, in organisierter Form Flüchtlinge aus Krisenregionen an die EU-Außengrenze zu bringen. Er hatte angekündigt, dass Minsk Migranten nicht mehr an der Weiterreise in die EU hindern werde - als Reaktion auf verschärfte westliche Sanktionen gegen sein Land.

Auch die Zahl der in Sachsen eintreffenden Geflüchteten ist zuletzt stark gestiegen. Nach Angaben der Landesdirektion vom Dienstag wurden von Januar bis Ende September 5.539 Asylsuchende registriert, im Oktober waren es bisher bereits rund 1.000 Neuzugänge. Im September seien Zugangszahlen wie zuletzt Ende 2017 erreicht worden, hieß es. In den ersten neun Monaten des Jahres 2020 waren 3.036 Geflüchtete nach Sachsen gekommen.

Hessen plant weitere Plätze in Erstaufnahmeeinrichtungen

In Hessen ist nach Angaben des Sozialministeriums geplant, weitere Belegungsplätze in den Erstaufnahmeeinrichtungen zu schaffen. Derzeit sind in den Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes rund 5.500 Menschen untergebracht. Vor einem Jahr waren es etwa 3.300.

Baden-Württemberg will nach Angaben des CDU-Staatssekretärs Siegfried Lorek vom Wochenende ebenfalls die Kapazitäten der Erstaufnahme in diesem Jahr um rund 800 zusätzliche Plätze ausbauen. Im vergangenen September seien 1.714 Menschen nach Baden-Württemberg gekommen - so viele wie zuletzt im März 2017. Die meisten Flüchtlinge kämen derzeit wegen der politischen Spannungen aus Syrien und Afghanistan.

RND/dpa