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Bernd Althusmann, Landesvorsitzender der CDU, analysiert in der Landespressekonferenz die Ergebnisse der Kommunalwahlen 2021 in Niedersachsen (Archivbild). Quelle: Julian Stratenschulte/dpa

CDU-Landeschef Althusmann rechnet mit Kampfkandidatur um Parteivorsitz

Berlin. Nieder­sachsens CDU-Chef Bernd Althus­mann rechnet trotz der Versöhnungs­appelle des scheidenden Partei­vorsitzenden Armin Laschet mit der dritten Kampf­kandidatur um die Führung seit Angela Merkels Rückzug 2018 und rät zur Mitglieder­befragung.

„Es wäre ohne Zweifel vorteil­haft, wenn die CDU sich auf einen Kandidaten einigen könnte. Ich sehe das noch nicht“, sagte er dem Redaktions­Netz­werk Deutsch­land (RND). Eine Mitglieder­befragung wäre eine wichtige Option. Der „inner­partei­liche Spalt­pilz seit 2018“ müsse schnell über­wunden werden, mahnte das CDU-Präsidiums­mitglied. Der Vorstand entscheidet am 2. November über das Verfahren.

Partei- und Fraktions­vorsitz müssten nicht wie zu Merkels Zeiten in einer Hand sein, zumal die Breite der Partei dann besser erkennbar bleibe. Die Frak­tion werde bedeutender: „Die Bundes­tags­fraktion wird das neue Kraft­zentrum der Union sein, weil sie der Wider­part im Parla­ment gegen­über der Bundes­regierung ist.“

Althusmann lehnt Doppelspitze ab

Eine paritä­tisch besetzte Doppel­spitze lehnte Althus­mann ab. „Ich bin kein Freund einer Doppel­spitze.“ Die Partei brauche aber mehr junge Menschen und Frauen. Die Mitglieder­struktur bilde die Realität der Gesell­schaft nicht ab. „75 Prozent der CDU-Mitglieder sind über 60-jährige Männer. Wir müssen interessanter auch und gerade für Frauen werden und vielleicht auch etwas sympa­thischer auftreten.“

Althus­mann machte sich auch für den Vorschlag der Jungen Union zu einem „Unions­rat“ als Vermittlungs­gremium zwischen CDU und CSU stark. Das Zerwürfnis zwischen Laschet und CSU-Chef Markus Söder um die Kanzler­kandidatur zeige, dass ein klares Verfahren sowie eine bessere Einbin­dung der Basis zwin­gend erforderlich seien. „Das erheb­lich gestörte Verhältnis der beiden Unions­parteien braucht neues Vertrauen.“ Deshalb müsse der CDU-Vorstand den JU-Vorschlag ernst­haft prüfen.

Das gesamte Inter­view mit Bernd Althus­mann lesen Sie hier.

Von Kristina Dunz/RND