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Die Vorsitzende der Frauen-Union Annette Widmann-Mauz (CDU) fordert bei der personellen Neuaufstellung der Partei eine gleichberechtigte Beteiligung der Frauen in Führungspositionen. Quelle: Christoph Schmidt/dpa

Neuaufstellung der CDU: Frauen fordern gleich­berechtigte Beteiligung in Partei­führung

Berlin. Die Frauen in der CDU verlangen eine gleich­berechtigte Beteiligung bei der personellen Neuaufstellung der Partei nach der schweren Niederlage bei der Bundestags­wahl. Ziel sei die paritätische Vertretung von Frauen und Männern in den politischen Entscheidungs- und Führungs­gremien, sagte die Vorsitzende der Frauen-Union, Annette Widmann-Mauz, am Mittwoch in Berlin. Angesichts der aktuellen Zäsur und personellen Neuaufstellung dürften Frauen nicht nur „schmückendes Beiwerk“ sein – wie etwa die Mandel­blättchen auf einem Kuchen.

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Es müsse auch eine neue Führungs­kultur und neue Möglichkeiten zur Beteiligung an der Parteiarbeit geben, forderte Widmann-Mauz. Zudem müsse die CDU Themen aufgreifen, die für Frauen wichtig seien. So habe sich im Wahlkampf etwa gezeigt, dass für Frauen, die kurz vor Eintritt in die Rente stehen oder das entsprechende Alter gerade erreicht haben, die soziale Absicherung eine große Frage ist. Die Situation von Minijobbern oder die Einteilung der Steuerklassen seien andere Beispiele, „wofür wir keine Antworten im Wahlkampf hatten“.

Frauenanteil bei CDU-Kreisvorsitzenden nur bei 12 Prozent

„Die Erneuerung der CDU wird nur mit den Frauen gelingen – inhaltlich, personell, strukturell“, betonte Widmann-Mauz. Genügend gute Frauen gebe es für Positionen wie Parteivorsitz, Stellvertreter oder Generalsekretärin. Nur die Wahl von Yvonne Magwas zur Vizepräsidentin des Bundestags reiche nicht. Damit sei das Thema nicht durch. Eine Doppelspitze für den Parteivorsitz sehe die Satzung der CDU derzeit nicht vor, sagte die Bundestags­abgeordnete. Dazu müsste diese geändert werden. Man könne aber auch versuchen, ein gleichberechtigt zusammen­gesetztes Team innerhalb der bestehenden Satzungs­strukturen zu bilden.

Die Frauen-Union will diese Fragen bei einer digitalen Konferenz unter anderem mit ihren Mandats­trägerinnen und Kreis­vorsitzenden an diesem Donnerstag diskutieren – zwei Tage vor der großen Konferenz aller 324 Kreis­vorsitzenden am Samstag in Berlin. Von diesen seien nur 39 Frauen, was einem Anteil von nur 12 Prozent entspreche, sagte Widmann-Mauz. Das sei nochmals deutlich weniger als der ohnehin schon niedrige Frauenanteil von rund 26 Prozent in der CDU-Mitgliedschaft. Deshalb könne die Konferenz am Samstag nicht das Stimmungsbild in der Partei wiedergeben.

RND/dpa