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Soldaten rüsten die Patiententransporteinheiten in den A319OH ein. Quelle: Bundeswehr/Maurice Heck

Umbau für Corona-Patienten: Mit diesem Flugzeug will die Luftwaffe Leben retten

Berlin. Wegen der sich dramatisch zuspitzenden Corona-Lage hält sich nun die Luftwaffe in Alarmbereitschaft, um Intensivpatienten möglichst schnell verlegen zu können. Die Zahl der Menschen in Deutschland die an oder mit Corona gestorben sind, hat die Schwelle von 100.000 überschritten. Zudem wird die Zahl der freien Intensivbetten in Deutschland immer knapper.

Nach den Daten der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) waren am Donnerstag deutschlandweit nur noch 2284 Intensivbetten von insgesamt 22.113 Betten frei.

Um Corona-Patienten schnell transportieren zu können, hat die Luftwaffe das eigentliche Überwachungsflugzeug A319OH mit zwei Intensivbetten ausgestattet. Zwölf Stunden hat die Umrüstung laut eines Sprechers der Luftwaffe gedauert.

Im Flugzeugbauch sieht man Tragen und Monitore für die Herzschlagüberwachung. Überall hängen Schläuche. In der Bordwand unzählige Schubladen, in denen die notwendigen Medikamente für die Versorgung der Corona-Patienten bereit liegen.

Mehrere Flüge täglich seien denkbar

„Mit unseren MedEvac-Fähigkeiten verfügen wir über einzigartige Möglichkeiten, schwerstverwundete, aber auch Intensivpatienten, sicher zu transportieren“, sagte ein Sprecher der Luftwaffe dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „MedEvac“ steht für „Medical Evacuation“: den Transport Verletzter aus Krisenregionen zur weiteren medizinischen Behandlung.

Nun soll der umgerüstete A319OH auch in Deutschland zum Einsatz kommen, um Patientinnen und Patienten bei einer regionalen Überlastung von Krankenhäusern in Regionen mit freien Kapazitäten fliegen zu können. So seien etwa auch mehrere Flüge täglich mit dem A319OH denkbar, wenn es die Situation erfordere.

In zwei Flugzeugen: Bis zu acht Corona-Patienten können transportiert werden

„Selbstverständlich stehen wir mit unseren Fähigkeiten 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr zur Verfügung, wenn wir in Deutschland gebraucht werden“, sagte der Sprecher der Luftwaffe. Zusätzlich steht noch ein A310 MedEvac mit insgesamt sechs Intensivplätzen in Köln bereit, um im Ernstfall schwer erkrankte Patientinnen und Patienten transportieren zu können.

Der A310 ist in der MedEvac-Version mit sechs sogenannten „Patiententransporteinheiten“, also sechs intensivmedizinischen Betten, ausgerüstet. Sie sind eigentlich für den Transport von schwerstverwundeten gedacht und sollen nun in der Pandemie zum Einsatz kommen. Zusätzlich bietet das Flugzeug Platz für 38 weitere Patienten, die keine intensivmedizinische Versorgung benötigen.

Von Steve Reutter/RND