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Der Bundestagsabgeordnete Norbert Röttgen tritt im Rennen um den CDU-Vorsitz gegen Friedrich Merz und Helge Braun an. Quelle: Getty Images

Röttgen für Mitgliederentscheid bei Unions-Kanzlerkandidatur

Berlin. Der CDU-Vorsitzkandidat Norbert Röttgen will künftig die Mitglieder von CDU und CSU über die Kanzlerkandidatur der Union entscheiden lassen, falls es mehrere Anwärter gibt. „Wir müssen aus Fehlern der Vergangenheit lernen“, sagte Röttgen der „Rheinischen Post“ (Samstag). „Ich möchte deshalb, dass die nächste Kanzlerkandidatur der Unionsparteien gemeinsam zwischen CDU und CSU entschieden wird: Wer ist der Richtige, um die Wahl zu gewinnen? Wenn es dann wieder zwei Kandidaten gibt, sollen die Mitglieder von CDU und CSU entscheiden, wer es wird.“ Ähnlich hatte Röttgen sich in dieser Woche bereits im Fernsehsender Phoenix geäußert.

CDU-Chef Armin Laschet und CSU-Chef Markus Söder hatten sich im Frühjahr einen Machtkampf um die Kanzlerkandidatur der Union geliefert, den Laschet für sich entschied. Während des Wahlkampfs gab es daraufhin immer wieder kritische Töne aus der CSU in Richtung des CDU-Chefs. Die Union erzielte bei der Bundestagswahl ein historisch schlechtes Ergebnis. Die CDU will nun den kompletten Bundesvorstand neu wählen.

Röttgen sagte: „Wenn alle Mitglieder von CDU und CSU über die Frage einer nächsten Kanzlerkandidatur entschieden haben, dann kann sich keiner mehr dem Mannschaftsspiel entziehen, ohne dafür nicht selber für unfaires Verhalten die Konsequenzen zu tragen.“ Geschlossenheit sei nun mal „eine Bedingung für Wahlerfolg“.

Neben dem Außenpolitiker Röttgen bewerben sich der geschäftsführende Kanzleramtschef Helge Braun und der ehemalige Unionsfraktionschef Friedrich Merz um die Nachfolge Laschets als CDU-Chef. Erstmals sollen die rund 400.000 CDU-Mitglieder in einer an diesem Samstag startenden Befragung eine Vorentscheidung über den künftigen Vorsitzenden treffen. Gewählt werden soll der neue Parteichef am 21./22. Januar von 1001 Delegierten bei einem digitalen Parteitag. Anschließend muss die Wahl per Briefwahl bestätigt werden.

RND/dpa