Donnerstag , 29. September 2022
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Premierminister Boris Johnson kündigt schärfere Maßnahmen an. Quelle: Getty Images

Maskenpflicht, 2G und Homeofficepflicht: Großbritannien verschärft Corona-Maßnahmen wegen Omikron drastisch

Großbritannien verschärft angesichts immer höherer Corona-Zahlen seine Maßnahmen deutlich. Bereits ab Freitag gilt eine Maskenpflicht bei öffentlichen Veranstaltungen, zum Beispiel in Theater und Kinos. Ab Montag sollen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer – sofern möglich – von zu Hause aus arbeiten. „Indem Sie Ihre Kontakte am Arbeitsplatz reduzieren, verlangsamen Sie die Übertragung“, sagte der britische Premierminister Boris Johnson bei einer Pressekonferenz am Abend.

Der Einlass in Bars und Diskotheken sowie zu vielen öffentlichen Veranstaltungen ist nur noch mit einem 2G-Nachweis möglich. Betroffen sollen davon laut Johnson vor allem Orte sein, an denen größere Menschenmengen zusammenkommen: Bei Veranstaltungen in Innenräumen gelte dies ab 500 Personen, in Außenbereichen ab 5000 Personen. Hier sind beispielsweise Fußballspiele in Stadien betroffen.

Schärfere Maßnahmen auch wegen Omikron

Laut Johnson sollen zwei Impfungen ausreichen, um als vollständig geimpft zu gelten. Allerdings könnten schon bald nur noch drei Impfungen als Zugangsvoraussetzung gelten, wenn es ausreichend Booster-Impfangebote gibt.

Hintergrund der schärferen Maßnahmen ist auch die zunehmende Ausbreitung der neuen Coronavirus-Variante Omikron. Der oberste Gesundheitsberater der Regierung, Professor Chris Whitty, erklärte: „Omikron steigt unglaublich schnell.“ Das Ziel sei jetzt, den Anstieg zu verlangsamen.

Omikron könne sich von „sehr kleinen Fallzahlen schnell zu sehr großen Zahlen entwickeln“. Gesundheitsminister Sajid Javid erklärte: „Bis Ende dieses Monats könnten die Infektionen eine Million überschreiten.“ Dies gehe aus einer Analyse der britischen Gesundheitsbehörde hervor.

Die Expertinnen und Experten rechnen mit einer Verdopplung der Omikron-Fallzahlen innerhalb von zwei bis drei Tagen. Boris Johnson erklärte, sobald klar sei, dass Booster-Impfungen die Omikron-Variante aufhalten können, würde Großbritannien wieder lockern können. 568 Omikron-Fälle seien bereits bestätigt.

Zuvor hatte Großbritannien bereits kleinere Maßnahmen wieder eingeführt. Dazu zählen unter anderem die Maskenpflicht in Geschäften, Bussen und Bahnen. Schärfere Corona-Regeln scheiterten aber am Widerstand aus der eigenen Partei. Am 19. Juli hatten die Briten den „Freedom Day“ ausgerufen und vorsichtige Lockerungen umgesetzt. Die nun durchgesetzten schärferen Maßnahmen kommen zu einer ungünstigen Zeit. Denn die Johnson-Regierung steht unter Druck, weil Dutzende Mitarbeitende der Regierung ausgelassen gefeiert haben sollen – mitten im harten Lockdown.

RND/scs