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(Symbolbild) Quelle: Friso Gentsch/dpa

Neue tschechische Regierung stoppt Plan für Impfpflicht

Prag. Die neue tschechische Regierung hat einen Plan der Vorgängerregierung für eine Corona-Impfpflicht für ältere Menschen und einige Berufsgruppen einkassiert.

Die frühere Regierung unter Führung von Ministerpräsident Andrej Babis hatte Anfang Dezember eine Anordnung erlassen, nach der Menschen ab 60 Jahren sowie medizinisches Personal, Polizisten, Feuerwehrleute und Medizinstudenten zur Impfung verpflichtet werden sollten. Die Anordnung hatte im März in Kraft treten sollen.

Anschließend war die Regierung von einer Fünf-Parteien-Koalition unter dem neuen Ministerpräsidenten Petr Fiala abgelöst worden. „Wir sind übereingekommen, dass die Impfung gegen Covid-19 nicht verpflichtend sein wird“, sagte Fiala. Er betonte jedoch, seine Regierung halte die Impfstoffe immer noch für „das beste Werkzeug, um gegen Covid-19 zu kämpfen“. Fiala erklärte, etwa 90 Prozent derer, für die die Anordnung gegolten hätte, seien bereits geimpft worden.

Corona-Lage und Impfstatus der Bevölkerung

Gegner einer Impfpflicht hatten in Prag und an mehreren anderen Orten im Land demonstriert. Bislang gelten rund 63 Prozent der Tschechen als vollständig geimpft. Das ist nach Angaben von EU-Behörden weniger als im EU-Durchschnitt. Fast 3,4 Millionen Menschen in dem Land mit 10,5 Millionen Einwohnern haben zusätzlich eine Impfauffrischung erhalten.

Die Entscheidung der neuen Regierung fällt zeitlich zusammen mit einem von der Omikron-Variante des Virus verursachten Anstieg der Infektionszahlen. Die Sieben-Tages-Inzidenz lag am Dienstag bei 950 Fällen je 100.000 Einwohner - am Vortag hatte dieser Wert noch bei 799 gelegen. Die Zahl der Menschen, die mit Corona-Infektionen im Krankenhaus behandelt wurden, ging jedoch auf 1635 zurück. 252 Menschen wurden intensivmedizinisch behandelt.

RND/AP