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Liz Truss, Außenministerin von Großbritannien Quelle: imago images/ZUMA Wire

Britische Ministerin über Partygate-Bericht: Komplette Veröffentlichung wegen „Sicherheitsbedenken“ problematisch

London. Bereits vor der Vorstellung eines Untersuchungsberichts zu Lockdown-Partys in der Downing Street zeichnet sich ein Streit um das Ausmaß der Veröffentlichung ab.

Die britische Außenministerin Liz Truss deutete im Interview mit dem Sender Sky News am Mittwochmorgen an, je nach Inhalt des Berichts könne es „Sicherheitsbedenken“ geben, die eine komplette Veröffentlichung problematisch machen könnten. Man werde aber definitiv die Ergebnisse veröffentlichen.

Je nach Inhalt des Berichts und Reaktion seiner Fraktion droht dem Premier ein Misstrauensvotum. Unabhängig von dem Bericht der Beamtin ermittelt auch die Polizei wegen möglichen Verstößen.

Opposition fordert Veröffentlichung

Vize-Oppositionschefin Angela Rayner hatte am Dienstag bereits im Londoner Unterhaus gefordert, der Bericht müsse vollständig öffentlich gemacht werden. Der „Financial Times“ zufolge soll der Bericht keine Details wie Fotos oder WhatsApp-Nachrichten enthalten, sondern die Fakten zusammenfassen. Die Opposition könnte eine umfassendere Version fordern, spekulierte das Portal „Politico“ - zumal der Sender Sky News berichtete, es lägen Party-Fotos von Boris Johnson mit Weinflaschen vor.

Berichten zufolge soll zunächst Premierminister Boris Johnson die Ergebnisse der Spitzenbeamtin Sue Gray erhalten, die über Wochen Beweise über etliche Zusammenkünfte in der Downing Street gesammelt und Zeugen befragt hat. Wenige Stunden später wolle Johnson dann im Londoner Unterhaus eine Erklärung abgeben.

Am Morgen lag der Bericht in der Downing Street noch nicht vor, wie Ministerin Truss in Interviews bestätigte. Die Untersuchung gilt jedoch als weitgehend abgeschlossen und die Zustellung als jederzeit möglich. Am Mittag muss sich Johnson im Parlament den Fragen von Abgeordneten stellen.

RND/dpa