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Reiner Holznagel, Präsident des Steuerzahlerbundes. Quelle: dpa

Staat kassiert Milliarden Euro zu viel von Bürgern: Steuerzahlerbund will höhere Pauschalen

Osnabrück. Den deutschen Bürgern entgehen nach Berechnungen des Steuerzahlerbundes Milliarden Euro wegen lange nicht erhöhter Freibeträge. Das sagte sein Präsident Reiner Holznagel der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. „Je länger die Pauschalen und Freibeträge eingefroren bleiben, desto stärker steigt die Belastung“, kritisierte er mit Blick auf die hohe Inflation.

Der Staat sollte immer zum Jahreswechsel alle Pauschalen und Freibeträge prüfen und an die Preis- und Einkommensentwicklung anpassen.

So wurde der Arbeitnehmerpauschbetrag von jährlich 1000 Euro laut Holznagel seit 2011 nicht mehr erhöht. Inflationsbereinigt müsste er 1169,48 Euro im Jahr betragen. Ein besonders krasses Beispiel sei der Werbungskostenpauschbetrag von 102 Euro, der für sonstige Einkünfte und Renten gelte. Dieser sei seit 1955 nicht mehr erhöht worden und müsste inflationsbereinigt bei 535,86 Euro liegen.

Nicht zufrieden sei der Bund der Steuerzahler auch mit der Erhöhung der Entfernungspauschale, sagte der Präsident. Um die Inflation seit 2004 auszugleichen, seien 40 Cent pro Kilometer bereits ab dem ersten Kilometer nötig. Aktuell gelten 30 Cent für die ersten Kilometer und 35 Cent ab dem 21. Kilometer. Von 2024 an sollen es 38 Cent ab dem 21. Kilometer sein.

RND/dpa