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Landwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) dringt auf weltweiten Bodenschutz. Quelle: imago images/Future Image

Agrarminister Özdemir dringt auf weltweiten Bodenschutz: „weniger Pestizide, weniger Dünger und mehr Natur“

Berlin. Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir dringt für die globale Ernährungssicherung auf einen stärkeren Schutz von Äckern und Wiesen. „Ohne Böden wächst der Hunger in unserer Welt“, sagte der Grünen-Politiker am Freitag in Berlin anlässlich einer virtuellen Agrarministerkonferenz mit Regierungsvertretern aus rund 80 Ländern. Die Klimakrise mit Dürren, Stürmen und Überschwemmungen sowie die Folgen der Corona-Pandemie erschwerten bereits das erklärte internationale Ziel, eine Welt ohne Hunger bis 2030 zu erreichen.

Özdemir erläuterte, der Boden als „Schlüsselressource“ für die Lebensmittelproduktion stehe stark unter Druck. Jährlich gingen zehn Millionen Hektar Ackerflächen durch Siedlungsbau und andere Bebauung verloren. Daher gelte es, diese Versiegelung zu reduzieren und womöglich rückgängig zu machen.

Özdemir plädiert für individuelle Regeln

Zudem sei eine nachhaltigere Bewirtschaftung die Voraussetzung dafür, das wertvolle Ökosystem Boden auch künftig zu erhalten. Dafür brauche es „weniger Pestizide, weniger Dünger und mehr Natur“, sagte Özdemir. Hierbei gebe es keine weltweite Einheitslösung, Maßnahmen müssten immer an die jeweiligen Standorte angepasst sein. Dabei könne man international gegenseitig lernen. Gebraucht würden außerdem Regeln für den Erwerb und die Nutzung von Land, um einen fairen Zugang auch für jüngere Generationen von Bauern zu ermöglichen.

RND/dpa