Anzeige
Wladimir Putin und Emmanuel Macron haben sich auf die Notwendigkeit einer Deeskalation geeinigt. Quelle: Mikhail Metzel/Pool Sputnik Krem

Ukraine-Konflikt: Putin und Macron einigen sich auf Notwendigkeit der Deeskalation

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron und sein russischer Kollege Wladimir Putin haben sich über die Notwendigkeit einer Deeskalation des Ukraine-Konflikts verständigt. Dies verlautete aus Élyséekreisen im Anschluss an das gut einstündige Telefonat der beiden Präsidenten. Das Ziel der Beruhigung des seit 2014 dauernden Konflikts mache Verhandlungen zu diversen Themen notwendig, hieß es. Um zu einer Deeskalation zu gelangen, sollten demnach sowohl bilaterale Gespräche zwischen den Staatschefs fortgeführt werden als auch die Verhandlungen im Normandie-Format, in dem Deutschland und Frankreich zwischen Russland und der Ukraine vermitteln. Am Abend wollte Macron mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj telefonieren.

Putin hatte im Gespräch mit seinem französischen Kollegen Forderungen nach verbindlichen Garantien für die Sicherheit in Europa bekräftigt. Das teilte der Kreml am Freitag nach einem Telefonat der beiden Staatschefs mit. Putin sagte demnach auch, dass Russland nun die schriftlichen Antworten der USA und der Nato auf seine Vorschläge analysiere und dann weitere Schritte festlege.

+++Liveblog zur Ukraine-Krise+++

Putin wies nach Kremlangaben darauf hin, dass die Hauptsorgen Russlands in den Antworten der USA und der Nato nicht berücksichtigt worden seien. Darunter seien das geforderte Ende der Ausdehnung der Nato, der Verzicht auf Angriffswaffen in der Nähe der russischen Grenzen und auch der Rückzug des militärischen Potenzials sowie der Infrastruktur des Blocks auf die Positionen von 1997. Damals war die Russland-Nato-Grundakte unterzeichnet worden.

Ignoriert worden sei von den USA und ihren Verbündeten auch die Schlüsselfrage der „Unteilbarkeit“ der Sicherheit. Das sei etwa in den Grundsätzen der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) und anderen Dokumenten festgeschrieben, hieß es.

Damit meint Moskau, dass ein Land seine eigene Sicherheit nicht auf Kosten der Interessen eines anderen Staates festigen darf. Damit begründet Russland seinen Widerstand gegen die Aufnahme der Ukraine in die Nato, weil es das Vorrücken des Militärblocks für eine Bedrohung hält. Russland sieht sich durch eine jahrhundertelange Geschichte mit Teilen der Ukraine verbunden und kritisiert, dass die USA und die Nato das Land zu ihrem Einflussbereich erklärt hätten – ohne Rücksicht auf Moskaus Interessen.

RND/dpa