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Anwohner aus Mariupol, darunter auch Evakuierte von Azovstal, die fast zwei Monate im Schutzraum des Stahlwerks verbracht haben, kommen in Saporischschja im Südosten der Ukraine an. (Symbolfoto) Quelle: -/Ukrinform/dpa

Selenskyj hofft auf weitere Evakuierungen aus Stahlwerk in Mariupol

Kiew. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hofft auf weitere erfolgreiche Evakuierungsaktionen für Zivilisten aus der fast vollständig von russischen Truppen eroberten Hafenstadt Mariupol. Die ukrainische Seite werde die dafür notwendigen Feuerpausen einhalten, sagte er am Mittwoch in seiner abendlichen Videobotschaft aus Kiew. „Wir hoffen, weiterhin Menschen aus Azovstal, aus Mariupol retten zu können“, sagte Selenskyj. In der stark zerstörten Stadt ist die Lage besonders kritisch für die Ukrainer, die im Stahlwerk Azovstal Zuflucht gesucht haben.

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Der Präsident berichtete von einem Telefonat mit UN-Generalsekretär António Guterres über die Evakuierungen. Sie finden unter Vermittlung der Vereinten Nationen und des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz statt. Am Mittwoch waren 344 Menschen aus Mariupol und Umgebung auf ukrainisch kontrolliertes Gebiet geholt worden, am Dienstag 156 Flüchtlinge.

Die russische Armee hat für Donnerstag, Freitag und Samstag Feuerpausen angekündigt, um den Abzug von Zivilisten zu ermöglichen. Zugleich greifen die Truppen aber das Stahlwerk massiv an, um die letzten dort verschanzten ukrainischen Verteidiger auszuschalten.

Ranghoher Kremlbeamter besucht Mariupol

Währenddessen hat der Vizechef des russischen Präsidialamtes, Sergej Kirijenko, Mariupol besucht. Das berichtete das Oberhaupt der Separatistenrepublik Donezk, Denis Puschilin, am Mittwoch auf Telegram. Der frühere russische Regierungschef Kirijenko organisiert im Kreml für Präsident Wladimir Putin die russische Innenpolitik. Den Angaben zufolge besuchte er in Mariupol das Ilitsch-Stahlwerk und den Hafen.

Kirijenko und der Generalsekretär der Kremlpartei Geeintes Russland, Andrej Turtschak, besuchten auch die Stadt Wolnowacha. Die Menschen in der Volksrepublik Donezk verstünden den Besuch des ranghohen Kremlbeamten als Symbol, „dass Russland für immer hierher zurückgekehrt ist“, schrieb Puschilin. Kurz vor dem Angriff auf die Ukraine hatte Russland die 2014 abgespaltenen sogenannten Volksrepubliken Donezk und Luhansk in der Ostukraine als unabhängig anerkannt.

RND/dpa

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