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US-Präsident Joe Biden und seine Ehefrau Jill in Buffalo Quelle: Andrew Harnik/AP/dpa

Biden prangert in Buffalo Rassismus an: „Demokratie ist in dieser Stunde in Gefahr“

Nach dem Tod von schwarzen Amerikanern bei einem Schusswaffenangriff in Buffalo am Wochenende hat US-Präsident Joe Biden in der Stadt im Bundesstaat New York ein Zeichen gegen rassistischen Hass gesetzt. „In Amerika wird das Böse nicht gewinnen, das verspreche ich Ihnen“, sagte Biden am Dienstag bei einer Rede vor Angehörigen der Opfer, Ersthelfern und Politikern. „Der Hass wird nicht siegen“.

Biden erteilte der Ideologie der weißen Rassisten, der sogenannten White Supremacy („weiße Vorherrschaft“), eine klare Absage. Nur eine hasserfüllte Minderheit glaube an deren Lügen. „Jetzt ist die Zeit für Menschen aller Hautfarben, mit jedem Hintergrund, als Mehrheit und als Amerikaner das Wort zu ergreifen und White Supremacy zurückzuweisen“, sagte Biden. Die Ideologie der Rassisten sei „giftig“ und habe keinen Platz in Amerika.

„Das amerikanische Experiment in Demokratie schwebt in Gefahr wie noch nie in meinem Leben. Es ist in dieser Stunde in Gefahr“, sagte Biden weiter. „Hass und Angst wird von jenen zu viel Sauerstoff gegeben, die vorgeben, Amerika zu lieben, aber Amerika nicht verstehen.“

Kritik an weißen Rassisten bereits in der Antrittsrede

Ein weißer 18-jähriger Attentäter in Militärkleidung hatte am Samstag zehn Menschen in einem Supermarkt erschossen und drei weitere verletzt. Nach Polizeiangaben hatte der Täter nach einem Ort gesucht, in dem viele Schwarze leben und war extra mehr als 300 Kilometer von seinem Heimatort nach Buffalo gefahren. Er wurde festgenommen und wegen Mordes angeklagt. In einem Manifest, das ihm zugeschrieben wird, verbreitete er rassistische Theorien wie jene über den angeblich angestrebten Austausch der weißen Bevölkerung durch Menschen anderer Hautfarbe. Diese Lüge müsse man zurückweisen, sagte Biden.

Biden und First Lady Jill Biden hatten vor der Rede am Tatort den Opfern die Ehre erwiesen und vor dem Supermarkt Blumen niedergelegt. Anschließend sprachen sie auch direkt mit Angehörigen der Opfer.

Als erster US-Präsident überhaupt hatte Biden seine Antrittsrede 2021 genutzt, um dezidiert die Ideologie weißer Rassisten anzuprangern. Er sagte damals, dabei handle es sich um „einheimischen Terrorismus“, der besiegt werden müsse.

RND/AP

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