Anzeige
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) trifft sich am Donnerstag und Freitag mit seinen Amtskollegen aus den weiteren G7-Staaten. Quelle: IMAGO/Emmanuele Contini

G7-Gesundheitsminister beraten in Berlin – Wellcome Trust fordert Investitionen in Pandemievorsorge

Berlin. Der Wellcome Trust, eine der weltweit größten gemeinnützigen Stiftungen zur Förderung von Gesundheitsforschung, hat die G7-Gesundheitsminister aufgefordert, bei ihrem Gipfel am Donnerstag und Freitag in Berlin konkrete Maßnahmen zur Pandemievorsorge zu beschließen. „Die Corona-Lage wirkt bei uns gerade entspannt, aber wir dürfen deswegen nicht vergessen, uns besser auf künftige Pandemien vorzubereiten“, sagte Europa-Chefin Caroline Schmutte dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

„Hier gilt es jetzt zu investieren, nicht erst wenn der nächste Ausbruch vor der Tür steht, insbesondere in ein globales Netzwerk zur Früherkennung von Krankheiten und ihrer Verbreitung, aber ebenso in die Entwicklung, Herstellung und Verteilung von Impfstoffen, Tests und Medikamenten – alles, um künftige Pandemien zu verhindern“, betonte sie.

Das koste viel Geld und erfordere eine enge Zusammenarbeit zwischen Regierungen weltweit, fügte Schmutte hinzu. „Die G7-Staaten sollten hier voran gehen und dafür sorgen, dass die notwendigen Mittel dauerhaft gesichert sind und Pandemievorsorge hoch auf der politischen Agenda bleibt“, mahnte sie.

Deutschland hat in diesem Jahr den Vorsitz der G7-Gruppe, zu der auch die USA, Kanada, Frankreich, Großbritannien, Italien und Japan gehören. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hatte am Mittwoch gesagt, der Kampf gegen künftige Pandemien soll eines der Themen bei einem Treffen mit seinen Ressortkollegen sein. Zusammen mit Experten und der Weltgesundheitsorganisation sei ein Vorschlag entwickelt worden, wie man international schneller auf Ausbrüche reagieren könne.

Lauterbach warnte, der Klimawandel habe zusehends gesundheitliche Folgen und mache auch neue Pandemien wahrscheinlicher. Thema der G7-Minister soll nach seinen Angaben zudem der Kampf gegen Antibiotikaresistenzen sein. Es drohe, dass klassische Infektionskrankheiten nicht behandelt werden könnten, wenn Antibiotika nicht mehr wirkten, so der SPD-Politiker.

Laden Sie sich jetzt hier kostenfrei unsere neue RND-App für Android und iOS herunter

Von Tim Szent-Ivanyi/RND