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Syrische von der Türkei unterstützte Soldaten laden einen Raketenwerfer vor einem Angriff auf syrische Regierungstruppen, um die von ihnen eroberten Gebiete im Gouvernement Aleppo zurückzugewinnen. Syrische Söldner könnten an den Vorbereitungen von russischen Angriffen auf die Ukraine beteiligt sein (Symbolbild). Quelle: Anas Alkharboutli/dpa

Fassbomben auf Ukraine: Russland rekrutiert offenbar Spezialisten aus Syrien

Syrische Spezialisten könnten an den Vorbereitungen von russischen Angriffen auf die Ukraine beteiligt sein. Medienberichten zufolge seien syrische Sprengstoffexperten nach Russland entsandt worden, um möglicherweise bei der Vorbereitung einer ähnlichen Kampagne wie im Syrienkrieg auch im Krieg in der Ukraine zu helfen. Das berichtet der „Guardian“ unter Berufung auf europäische Geheimdienste. Demnach arbeiteten mehr als 50 Spezialisten für Fassbomben seit mehreren Wochen mit Beamten in Russland zusammen.

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Bei Fassbomben handelt es sich um Metallbehälter, die mit Sprengstoff und Metallteilen gefüllt sind und aus Helikoptern abgeworfen werden. Berichten zufolge können Fassbomben eine enorme Zerstörung im Radius von etwa 250 Metern anrichten. Fassbomben wurden während des gesamten Syrienkrieges mit verheerender Wirkung eingesetzt. Das Assad-Regime wurde auch beschuldigt, Kanister mit Chlor gefüllt und sie auf umkämpfte Städte abgeworfen zu haben, was Hunderte Tote forderte und international für Aufsehen sorge.

Die Ankunft der syrischen Sprengstoffspezialisten werde laut „Guardian“ als Grund für die Warnungen westlicher Geheimdienste angesehen, dass sich das russische Militär möglicherweise auf den Einsatz chemischer Waffen vorbereitet habe.

Die Ukraine ist nicht wehrlos

Anders als in Syrien während des dort herrschenden Krieges könnte die Ukraine allerdings in der Lage sein, etwaige Fassbombenangriffe abzuwehren. Ukrainischen Truppen stehen nicht nur Boden-Luft-Raketen zur Abwehr von russischen Jets und Helikoptern zur Verfügung. Auch werden in den kommenden gezielt Luftabwehrwaffen von westlichen Verbündeten in die Ukraine geliefert. So hat etwa die Bundesregierung bereits 2.700 Strela-Raketen an die Ukraine geliefert, im Juli sollen 15 Flugabwehrkanonenpanzer Gepard aus Beständen der deutschen Industrie folgen.

„Das ist wahrscheinlich der Grund, warum wir (die syrischen Spezialisten) nicht beim Überqueren der Grenze gesehen haben“, soll ein europäischer Beamter gegenüber „Guardian“ gesagt haben. „Wir wissen, dass sie die Kapazitäten haben, aber wenn sie sie nutzen, verlieren sie. Wir werden wissen, wer es getan hat, und sie werden wahrscheinlich sowieso getötet.“

Die Fassbombenspezialisten stünden an der Spitze der Streitkräfte, die die syrische Regierung nach Russland geschickt haben soll, um Putin zu unterstützen, so der „Guardian“. Die Zusammenarbeit zwischen Damaskus und Moskau ist nicht neu: Die Unterstützung des russischen Präsidenten hatte im Syrienkrieg maßgeblich dazu beigetragen, die Macht des Assad-Regimes zu sichern.

Bislang sollen sich den Geheimdiensten zufolge zwischen 800 und 1.000 syrische Soldaten freiwillig gemeldet haben, um nach Russland zu reisen. Dort verspreche ihnen der Kreml zum Teil kampflose Arbeit und Gehälter zwischen 1.500 und 4.000 US-Dollar – einem Vielfachen der Löhne, die sie in Syrien erhalten würden. In der Ukraine wurden die Söldner bislang nicht gesichtet.

RND/hyd

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