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23.05.2022, USA, Washington: Lloyd Austin, Verteidigungsminister der USA, spricht mit Journalisten nach einer virtuellen Sitzung der internationalen Ukraine-Kontaktgruppe im Pentagon. Quelle: Alex Brandon/AP/dpa

Pentagon: Westen sagt Ukraine weitere Waffen zu

Washington. Die Ukraine kann nach Pentagonangaben mit weiteren Waffen für den Kampf gegen die russischen Angriffstruppen rechnen. Rund 20 Staaten hätten zusätzliche Sicherheitsunterstützung zugesagt, teilte US-Verteidigungsminister Lloyd Austin am Montag (Ortszeit) nach einer Videokonferenz mit Repräsentanten aus fast 50 Staaten mit.

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Dänemark wolle der Ukraine eine Antischiffsrakete und weitere Raketen schicken, damit das Land seine Küsten schützen könne. Russland hat Schiffe im Schwarzen Meer, von denen aus sie Ziele in der Ukraine mit Marschflugkörpern beschossen hat. Russische Schiffe haben zudem für den gesamten kommerziellen Schiffsverkehr den Zugang zu ukrainischen Häfen abgeschnitten.

Tschechien habe der Ukraine kürzlich Angriffshubschrauber, Panzer und Raketen zukommen lassen, sagte Austin. Italien, Griechenland, Polen und Norwegen hätten am Montag zudem Artilleriesysteme und Munition in Aussicht gestellt. Damit trage man der Tatsache Rechnung, dass das aktuelle Kriegsgeschehen in der Ukraine stark von Artillerie geprägt sei, erklärte der Pentagonchef. In den vergangenen Wochen habe es massiven Artilleriebeschuss beider Seiten gegeben.

Zu Reporterfragen, ob die USA von der Ukraine angeforderte mobile Hightech-Panzerabwehrwaffen liefern würden, wollte sich Austin indes nicht äußern. Andere Staaten hätten bei der Videokonferenz aber neue Zusagen für die Ausbildung ukrainischer Truppen gemacht.

US-Generalstabschef Mark Milley sagte, es liefen Gespräche auf der „unteren Ebene“ über Wege, wie die USA ihre Schulungen ukrainischer Soldaten anpassen müssten. Erörtert werde auch, ob einige US-Truppen in der Ukraine stationiert werden sollten. Ihre wenigen Soldaten hatten die USA vor dem Krieg aus dem Land abgezogen. Pläne für eine Entsendung von Kampftruppen oder Sondereinheiten gibt es nicht, wie US-Regierungsvertreter betont haben. Milleys Äußerungen deuteten darauf hin, dass Truppen womöglich zum Schutz der US-Botschaft in Kiew entsandt werden könnten, die kürzlich zum Teil wiedereröffnet wurde.

RND/AP