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Der russische Regimekritiker Michail Chodorkowski drängt den Westen zur Lieferung schwerer Waffen an die Ukraine. Quelle: Bernd von Jutrczenka/dpa

Kremlkritiker drängt Westen zu Lieferung schwerer Waffen

Berlin. Der Kremlkritiker Michail Chodorkowski drängt den Westen zur Lieferung schwerer Waffen an die Ukraine. „Wenn den Ukrainern die Waffen, die sie anfordern, nicht geliefert werden, wird es bald wieder zu Kämpfen um Kiew kommen.“

Das sagte der 58-Jährige der „Bild“ (Samstag). Er denke, westliche Politiker hätten vor allem Angst vor dem russischen Präsidenten Wladimir Putin. „Sie glauben, sich nicht in einem Krieg zu befinden. Deswegen glauben sie auch, dass die Lieferung bestimmter Waffen zu einer Eskalation führen oder sie zu einer Kriegspartei machen könnte.

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Chodorkowski bezeichnete dies als „sehr dumme Haltung“, da sich westliche Politiker und Länder aus Putins Sicht bereits im Krieg mit Russland befänden. Auf die Frage, ob der Krieg Putins Regierung stärken oder schwächen werde, antwortete er: „Das hängt davon ab, wie dieser Krieg enden wird. Wenn Putin den Krieg nicht gewinnt, wird das Regime geschwächt sein.“

Anfangs habe Putin verkündet, sein Ziel sei die „Entnazifizierung“ der Ukraine und die Einnahme von Kiew. „Wenn er also Kiew nicht erobern kann, hat er den Krieg bereits nicht gewonnen. Das Problem besteht darin: Wenn er einen Teil der Ukraine erobert, wird der Krieg nur für bestimmte Zeit aufhören – und zwar nicht lange.“

Chodorkowski als „ausländischer Agent“ eingestuft

Chodorkowski war früher Chef des russischen staatlichen Ölkonzerns Yukos. Nach seinem Bruch mit Putin saß er von 2003 bis 2013 in Haft. Dann wurde er begnadigt und durfte Russland verlassen. Vor gut einer Woche hatte Russland Chodorkowski als „ausländischen Agenten“ eingestuft.

Chodorkowski warf der russischen Regierung vor, die Ukraine auszurauben. Putins Befehlshaber sagten offen: „Die Ukraine hat guten Boden und wir müssen ihn uns einfach nehmen.“ Die russischen Soldaten seien schlicht und einfach Diebe. „In Wirklichkeit ist das einfach nur ein Raubzug“, sagte Chodorkowski.

Für die oberste russische Ebene sei dies eine Gelegenheit, das Geld des ukrainischen Staatshaushalts zu stehlen. Auf der mittleren Ebene wollten sie sich das Land und das Getreide unter den Nagel reißen, und auf der unteren Ebene wollten sie einfach iPads klauen.

RND/dpa