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25.06.2022, Polen, Warschau: Menschen nehmen an der Pride-Parade in Warschau teil. In diesem Jahr findet die Veranstaltung gemeinsam mit der «Kiew Pride»-Parade statt, die wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine nicht dort abgehalten werden kann. Aufgrund des in der Ukraine geltenden Kriegsrecht, sind große Versammlungen verboten. Quelle: IMAGO/Aleksander Kalka

Zehntausende demonstrieren in Polen für LGBTQ-Rechte

Warschau. Zehntausende Menschen haben in Warschau für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans- und queeren Menschen (LGBTQ) demonstriert. Die teils in bunte Kostüme gekleideten Teilnehmer der Gleichheitsparade zogen am Samstag bei hochsommerlicher Hitze auf einer vier Kilometer langen Route durch das Zentrum der polnischen Hauptstadt. Sie forderten mehr Toleranz und Gleichberechtigung in dem EU-Land. Manche schwenkten Regenbogenfahnen, manche trugen Plakate mit den Aufschriften „Akzeptanz“ und „Liebe ist Liebe“. In Polen sind gleichgeschlechtliche Ehen nicht erlaubt.

In diesem Jahr findet die Veranstaltung gemeinsam mit der „Kiew Pride“-Parade statt, die wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine nicht dort abgehalten werden kann. Das in der Ukraine verhängte Kriegsrecht verbietet große Versammlungen. Polen hat nach Regierungsangaben mehr als zwei Millionen Flüchtlinge aus dem östlichen Nachbarland aufgenommen. „Das ist eine große moralische Unterstützung für uns, dass die Parade hier stattfindet“, sagte Maria (42), die mit ihrer Partnerin für die Demonstration aus Kiew nach Warschau gereist war.

Unter den Regenbogenflaggen vor Ort waren auch ukrainische Nationalflaggen. Die Veranstaltung wurde dafür genutzt, Aufmerksamkeit auf das Leid der Ukrainer zu lenken. Für die Demonstration kamen rund 300 Menschen aus der Ukraine nach Polen.

Polens nationalkonservative PiS-Regierung engagiert sich sehr bei der humanitären und militärischen Hilfe für die Ukraine. Sie vertritt gleichzeitig gegenüber der LGBTQ-Community eine sehr restriktive Linie. Nach ihrer Darstellung ist der Kampf für mehr Recht von Schwulen, Lesben und Transsexuellen eine Bedrohung für die Werte der katholischen Kirche. Der Warschauer Oberbürgermeister Rafal Trzaskowski von der oppositionellen Bürgerplattform (PO) unterstützte die Pride-Parade dagegen und nahm auch selbst an ihr teil.

RND/dpa/AP