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Das 9-Euro-Ticket: Eine Entlastung auf Zeit? Quelle: picture alliance/dpa

Niedersachsens Verkehrsminister fordert dauerhaft günstigeres Ticket im Nahverkehr

Der Bund solle die Länder in die Lage versetzen, auch nach dem Auslaufen des 9-Euro-Tickets ein kostengünstiges, deutschlandweites ÖPNV-Ticket anzubieten, fordert CDU-Politiker Bernd Althusmann, der in Niedersachsen auch das Verkehrsministerium leitet. Althusmann betonte, die Mobilitätswende gelinge nur, wenn die mit dem 9-Euro-Ticket gewonnenen Neukunden langfristig an den Nahverkehr gebunden würden. Der ÖPNV müsse daher nachhaltig gestärkt werden, damit das Ticket nicht „ein Strohfeuer ohne Perspektive“ bleibe.

Die bisherigen Absatz- und Fahrgastzahlen zeigten, dass das günstige Monatsticket gut angenommen werde. Allerdings werde auch deutlich, dass die Infrastruktur an ihre Grenzen stoße. Der Bund sei daher gefragt, die richtigen Schlüsse zu ziehen und etwa die Mittel zu erhöhen, mit denen die Länder Verkehrsleistungen bestellen können.

Allein in der Region Hannover: 243.000 verkaufte 9-Euro-Tickets

Die große Nachfrage nach dem 9-Euro-Ticket bestätigen auch mehrere Verkehrsanbieter in Niedersachsen und Bremen. So hat der Verkehrsverbund GVH der Region Hannover für Juni rund 243.000 Tickets verkauft – zusätzlich zu rund 140.000 Abonnenten, die im Aktionszeitraum automatisch von dem günstigeren Tarif profitieren. Auch für Juli (knapp 37.000) und August (knapp 23.000) hat der GVH schon viele 9-Euro-Tickets verkauft.

FDP und Grüne sprachen sich am Mittwoch in einer Landtagsdebatte für dauerhaft vergünstigten Nahverkehr im Bundesland aus. Nach Ansicht der Grünen sollten zudem mehr Bahnstrecken in Niedersachsen reaktiviert werden.

Große Belastung der Bürger durch hohe Energiepreise

Finanzminister Reinhold Hilbers (CDU) sagte, dass der öffentliche Nahverkehr in der Fläche weiter gestärkt werden müsse. Vor allem in Ballungszentren werde das 9-Euro-Ticket gut angenommen. Der Tankrabatt sei hingegen keine Erfolgsstory des Bundes.

Angesichts der enorm gestiegenen Energiepreise sieht Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) die Notwendigkeit für weitere Entlastungen. Es könne nicht richtig sein, dass Rentnerinnen und Rentner kein Energiegeld bekämen. Die bisherigen staatlichen Unterstützungsmaßnahmen könnten nur ein erster Schritt gewesen sein.

Sorge um mögliche soziale Krise

Unmittelbar nach der Sommerpause müssten Bund und Länder über Entlastungsmaßnahmen reden. „Wir müssen gemeinsam dafür sorgen, dass aus der Energiepreiskrise keine soziale Krise in unserem Land wird.“ Derzeit habe man es mit zwei Krisen zu tun – der Sorge vor einer Energieknappheit und der Sorge vor explodierenden Preisen.

Weil betonte die Notwendigkeit eines Terminals für Flüssigerdgas (LNG). Dadurch könne russisches Gas ersetzt werden. Das LNG-Terminal in Wilhelmshaven soll Ende des Jahres in Betrieb gehen.

RND/dpa

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