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SYMBOLBILD. 25.06.22: Ein zerstörtes Auto in der Region Charkiw. Im russisch besetzten Gebiet Cherson hat der ukrainische Parlamentsabgeordnete Olexij Kowaljow offenbar einen Anschlag des ukrainischen Geheimdiensts überlebt. Quelle: IMAGO/Agencia EFE

Ukrainischer Abgeordneter überlebt Anschlag durch eigenen Geheimdienst

Cherson. Im russisch besetzten Gebiet Cherson hat der ukrainische Parlamentsabgeordnete Olexij Kowaljow offenbar einen Anschlag des ukrainischen Geheimdiensts überlebt. Der 33-Jährige wird in der Ukraine des Landesverrats und der Kollaboration mit Russland verdächtigt. Mitte vergangener Woche hatte der Chef des ukrainischen Militärgeheimdiensts, Kyrylo Budanow, im Fernsehen erklärt, das Auto Kowaljows sei gesprengt worden.

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„Ich lebe und bin gesund und plane ab Montag wieder zu arbeiten“, sagte er nun in einem am Donnerstag von der russischen Staatsagentur Ria Nowosti veröffentlichten Video. Das zeigte ihn mit verbundenem Arm in einem Krankenhausbett. Kowaljow betonte, dass er nicht eingeschüchtert sei und weiter in seinem Wahlkreis im Chersoner Gebiet bis zum Ablauf seines Mandats 2023 arbeiten werde.

Kowaljow war 2019 über ein Direktmandat für die Präsidentenpartei Diener des Volkes in die Oberste Rada gewählt worden. Ende April wurde er aus der Partei und der Fraktion wegen des Verdachts der Zusammenarbeit mit Russland ausgeschlossen. Kowaljow war im April in seine Heimatstadt Hola Prystan zurückgekehrt.

Russland hatte nach seinem Einmarsch Ende Februar fast das gesamte Gebiet Cherson erobert. In dem Gebiet kam es zuletzt gehäuft zu Anschlägen auf Ukrainer, die mit den Besatzern kooperieren.

RND/dpa