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CDU-Vize Carsten Linnemann. Quelle: imago images/Political-Moments

Herr Linnemann, was hilft wirklich gegen die Inflation?

Der stellvertretende CDU-Vorsitzende, Carsten Linnemann, hat sich von der Konzertierten Aktion der Bundesregierung mit Gewerkschaften und Arbeitgebern enttäuscht gezeigt und die Bundesregierung aufgefordert, als Maßnahme gegen die Inflation bei der EZB auf höhere Zinsen hinzuwirken. „Die Aktion ist sinnvoll. Die Ergebnisse sind dünn“, sagte Linnemann im Video-Interview mit dem RND.

„Als erstes erwarte ich, dass die Bundesregierung auf die Zentralbank zugeht und ganz klar sagt: Die müssen ihr Mandat einhalten“, sagte Linnemann. „Die Zentralbank ist dazu verpflichtet, Geldwertstabilität herzustellen. Deswegen muss sie meines Erachtens viel signifikanter die Zinsen steigen lassen, als sie es bisher tut. Das halte ich für eklatant wichtig“, betonte der CDU-Politiker. Er erwarte von einem deutschen Bundeskanzler, dass dieser ganz klar ausspreche, die EZB sei gefordert, die Geldwertstabilität sicherzustellen.

Linnemann rechnet mit einer langen Phase der Inflation. „Bei der Kerninflationsrate ohne Energie und ohne Lebensmittel liegen wir immer noch über rund vier Prozent. Das ist ein Indiz dafür, dass die Inflation nicht schnell weggeht. Seine Prognose sei, dass es bis 2025/26 hohe Inflationsraten gebe. „Das heißt, die Mittelschicht gerät unter Druck.“

Zugleich mahnte Linnemann eine Reform des Rentensystems mit längerer Lebensarbeitszeit an. „Man muss die Lebensarbeitszeit koppeln an die Lebenserwartung. Diejenigen, die es können – nur diejenigen – müssen perspektivisch insofern länger arbeiten, als dass wenn wir älter werden, dann auch länger arbeiten.“ Für alle anderen, die nicht mehr arbeiten könnten müsse mehr getan werden als bisher. „Das ist für mich zielgerichtete Rentenpolitik“, sagte Linnemann, der darauf verwies, dass jedes zweite Kind, das heute geboren werde, 100 Jahre alt werde. „Wenn wir älter werden, müssen wir auch perspektivisch länger arbeiten – aber nur diejenigen die es können.“

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Von Eva Quadbeck/RND