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Russland will nach amerikanischer Einschätzung die Ukraine von der Weltkarte ausradieren. Die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Linda Thomas-Greenfield, sagte am Freitag vor dem Weltsicherheitsrat, an dieser Absicht dürfe es keinen Zweifel mehr geben. Quelle: IMAGO/NurPhoto

US-Botschafterin: Russland will die Ukraine von der Landkarte tilgen

New York.

Die Vereinigten Staaten sähen zunehmend Anzeichen dafür, dass Russland die ostukrainischen Regionen Donezk und Luhansk sowie die südlichen Regionen Cherson und Saporischschja vollständig annektieren wollen, sagte Thomas-Greenfield. Dies solle unter anderem durch die Einsetzung illegitimer Stellvertreter in den von Russland kontrollierten Gebieten geschehen. Ziel sei es, Scheinreferenden oder Dekrete zum Anschluss an Russland abzuhalten. Der russische Außenminister Sergej Lawrow habe dieses Kriegsziel offiziell genannt, erklärte die UN-Botschafterin.

„Russlands anhaltende Aktionen sind das Hindernis für eine Lösung dieser Krise“

Lawrow sagte am vergangenen Sonntag auf einem arabischen Gipfeltreffen in Kairo, Moskaus übergeordnetes Ziel in der Ukraine bestehe darin, das Volk von seinem „inakzeptablen Regime“ zu befreien. Dabei deutete er an, dass das Vorhaben Russlands über den Donbass im Osten hinausgeht.

Der stellvertretende russische UN-Botschafter Dmitri Poljanskij sagte am Freitag vor dem Sicherheitsrat, „die Entnazifizierung und Entmilitarisierung der Ukraine wird in vollem Umfang durchgeführt“. „Von diesem Bühne aus darf es keine Bedrohung mehr für den Donbass, für Russland und für die befreiten ukrainischen Gebiete geben, in denen die Menschen zum ersten Mal seit mehreren Jahren das Gefühl haben, dass sie so leben können, wie sie wollen“, erklärte er.

Der amerikanische UN-Botschafterin kritisierte Regierungen, die zur Diplomatie aufriefen: „Lassen Sie es uns klar sagen: Russlands anhaltende Aktionen sind das Hindernis für eine Lösung dieser Krise.“ Sie nannte keine konkreten Länder, aber eine beträchtliche Anzahl von Staaten in Afrika, Asien und dem Nahen Osten verfolgen diesen Ansatz.

RND/AP