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Eine Englischlehrerin schreibt in einer Grundschule an die Tafel. Quelle: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dp

Verband Bildung und Erziehung fordert: Kampf gegen Lehrkräftemangel muss Chefsache werden

Vor Beginn des neuen Schuljahres hat der Verband Bildung und Erziehung (VBE) die Ministerpräsidenten und Ministerpräsidentinnen aufgefordert, den Kampf gegen den Lehrkräftemangel zur Chefsache zu machen und dafür deutlich mehr Geld in die Schulen zu investieren.

„Das neue Schuljahr beginnt in Kürze, und die Herausforderungen sind durch die weiter andauernde Corona-Pandemie und die Integration von geflüchteten Schülerinnen und Schülern aus der Ukraine riesengroß“, sagte VBE-Chef Udo Beckmann dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Gleichzeitig fehlt es schon an Personal, um überhaupt den ganz normalen Schulalltag zu bewältigen.“

Beckmann betonte: „Der Kampf gegen den Lehrkräftemangel muss in den Ländern endlich zur obersten Priorität werden.“ Der Lehrergewerkschafter fügte hinzu: „Das wird nur funktionieren, wenn in den Landeshaushalten über viele Jahre erheblich mehr Geld für Schulen und Bildung eingeplant wird, als dies jetzt der Fall ist.“ Die Kultusministerinnen und Kultusminister würden hier am Ende oft alleingelassen, so Beckmann. Er forderte: „Die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten müssen den Kampf gegen den Lehrkräftemangel endlich zur Chefsache machen und über die Ressorts hinweg zur Aufgabe Nummer eins erklären – sonst werden die Lernbedingungen für die Kinder und Jugendlichen nicht besser.“

Der Lehrkräftemangel stelle die Schulen vor schwierige Herausforderungen – die Lehrerinnen und Lehrer arbeiteten dadurch permanent in einer besonderen Belastungssituation. „Diese aufreibende Situation des Dauermangels macht den Job zusehends unattraktiver und wird noch mehr junge Menschen davon abhalten, sich für den Beruf als Lehrkraft zu entscheiden“, warnte Beckmann.

„Sonntagsreden haben wir genug gehört“, erklärte der Verbandschef. „Die Politik muss endlich damit beginnen die Schulen mit den notwendigen Ressourcen auszustatten“, verlangte er. „Es muss Schluss damit sein, dass die Politik das hohe Engagement und das Berufsethos der Lehrkräfte weiter schamlos ausnutzt.“

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Von Tobias Peter/RND