Donnerstag , 6. Oktober 2022
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In Palm Beach County steht die Polizei vor dem Anwesen des Ex-Präsidenten Donald Trump. Quelle: IMAGO/UPI Photo

Weißes Haus zur Durchsuchung von Trumps Anwesen: Biden wusste von nichts

Washington. US-Präsident Joe Biden hat nach Angaben des Weißen Hauses nicht vorab über die Durchsuchung des Anwesens seines Vorgängers Donald Trump Bescheid gewusst. „Der Präsident wurde nicht unterrichtet und wusste nichts davon. (...) Niemand im Weißen Haus wurde vorgewarnt“, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Karine Jean-Pierre, am Dienstag.

Man habe über die Durchsuchung wie die Öffentlichkeit aus Berichten erfahren. Das Justizministerium sei unabhängig und führe entsprechend Ermittlungen durch. „Es wäre nicht angemessen, wenn wir uns zu laufenden Ermittlungen äußern würden“, sagte Jean-Pierre weiter.

Der ehemalige US-Vizepräsident Mike Pence hat sich nach der Durchsuchung des Anwesens von Ex-Präsident Donald Trump hinter seinen ehemaligen Chef gestellt. „Ich teile die tiefe Besorgnis von Millionen von Amerikanern über die beispiellose Durchsuchung des Wohnsitzes von Präsident Trump“, schrieb er am Dienstag bei Twitter. Der Anschein von Parteilichkeit seitens des Justizministeriums müsse beseitigt werden.

„Die gestrige Aktion untergräbt das Vertrauen der Öffentlichkeit in unser Rechtssystem, und Generalstaatsanwalt Garland muss dem amerikanischen Volk umfassend Rechenschaft darüber ablegen, warum diese Maßnahme ergriffen wurde, und er muss dies unverzüglich tun“, schrieb er an Justizministerminister Merrick Garland gerichtet.

Pence hatte sich zuletzt von Trump distanziert. Ihm werden Ambitionen für eine Kandidatur als Präsidentschaftskandidat im Jahr 2024 nachgesagt. Auch Trump kokettiert immer wieder mit einer Kandidatur, hat diese aber bisher noch nicht offiziell erklärt.

Am Montag hatte die Bundespolizei FBI Trumps Anwesen in Mar-a-Lago durchsucht. Hintergrund der Aktion war ersten Erkenntnissen nach die Suche nach Regierungsdokumenten. Anfang des Jahres war bekanntgeworden, dass das für die Aufbewahrung präsidialer Korrespondenz zuständige Nationalarchiv 15 Kisten mit unter anderem vertraulichen Material in Trumps Privatclub vermutete. Trump hatte schließlich mehrere Dokumente der Behörde übergeben.

RND/dpa