Montag , 28. September 2020
Eine Regenbogenfahne weht im Wind. Wegen beleidigenden Aussagen über Homosexuelle wurde ein Kasseler Biologie-Professor nun verurteilt. Quelle: Wolfgang Kumm/dpa

Beleidigende Äußerungen über Homosexuelle: Professor verurteilt

Er hatte Homosexualität mit Kindesmissbrauch in Verbindung gebracht. Jetzt wurde ein Kasseler Biologie-Professor zu einer Geldstrafe von 6000 Euro verurteilt. Auch seine Uni distanziert sich von ihm.

Kassel. Wegen seiner Aussagen über Homosexuelle ist der Kasseler Biologie-Professor Ulrich Kutschera zu einer Geldstrafe von 6000 Euro verurteilt worden. Das Amtsgericht Kassel sprach den 65-Jährigen am Montag wegen Beleidigung schuldig. Kutscheras Äußerungen seien nicht durch die Freiheit der Wissenschaft gedeckt, sagte der Richter: “Es kommt auch auf den Zusammenhang an.” So habe sich der Evolutionsbiologe in einem Interview geäußert und nicht in einer Vorlesung. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Kutschera hatte 2017 im Gespräch mit dem Internetportal kath.net zum Thema “Ehe für alle” über homosexuelle Beziehungen hergezogen und diese mit Kindesmissbrauch in Zusammenhang gebracht. Daraufhin hatten mehrere Menschen – darunter Homosexuelle – den Professor der Uni Kassel angezeigt.

Kutschera sieht sich falsch verstanden

Kutschera stand im Prozess zu seinen Zitaten. Er warf den Kritikern und der Staatsanwaltschaft vor, diese falsch zu verstehen und aus dem Kontext zu reißen. Im Grunde gehe es Kutschera um eines, sagte sein Anwalt: „Er hegt Befürchtungen hinsichtlich psychischer Probleme bei Kindern aus gleichgeschlechtlichen Partnerschaften.“

Es war der zweite Prozess wegen der Äußerungen. Der erste war vor einem Jahr wegen Terminproblemen geplatzt. Kutscheras Arbeitgeber, die Universität Kassel, erklärte nach der Verhandlung: „Die Äußerungen von Ulrich Kutschera empören.“

RND/dpa