Die demokratische Sprecherin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, bei einer Pressekonferenz zu en Verhandlungen über ein neues Corona-Hilfspaket. Quelle: imago images/ZUMA Wire

Neues Corona-Hilfspaket in den USA hängt weiter in der Luft

Für US-Amerikaner, die in der Corona-Krise arbeitslos geworden sind, wird die Situation immer schwieriger. Demokraten und Republikaner können sich noch immer nicht auf ein neues Hilfspaket einigen. Die Arbeitslosenzuschüsse sind bereits ausgelaufen.

Washington. Haushaltspolitiker aus Kongress und US-Regierung müssen für ein neues Corona-Hilfspaket wohl noch diverse dicke Bretter bohren. Vor neuen Gesprächen am Montag richteten sich beide Seiten darauf ein, dass die Kompromisssuche noch mindestens mehrere Tage dauern wird und das, obwohl der wöchentliche Arbeitslosenzuschuss von 600 Dollar (rund 512 Euro) ausgelaufen ist, der Beginn des neuen Schuljahres näher rückt und die Kongressmitglieder selbst in die Ferien wollen.

Das Weiße Haus versucht, mit Kompromissen zu einzelnen Punkten weiter zu kommen und unter anderem den Arbeitslosenzuschuss zu verlängern. Außerdem soll es eine weitere Direktzahlung von 1200 Dollar für Familien geben, Zwangsräumungen einiger Mieter mit Zahlungsrückstand sollen verboten werden. Die Repräsentantenhausvorsitzende Nancy Pelosi von den oppositionellen Demokraten besteht dagegen auf einem längerfristigen Gesamtpaket und hat deshalb den Vorschlag abgelehnt, den Arbeitslosenzuschuss um nur eine Woche zu verlängern.

Republikaner wollen Arbeitslosenzuschuss kürzen

Die Republikaner streben an, den Zuschuss zu kürzen, damit Arbeitslose bei der Suche nach einer neuen Stelle nicht zu wählerisch sind. Pelosi hielt ihnen vor, sie schauten bei wöchentlich 600 Dollar genau hin, seien aber großzügig bei millionenschweren Krediten für Unternehmen.

Einigkeit besteht über die 1200 Dollar Direktzahlung und ein Kreditprogramm, das Unternehmen in der Krise in die Lage versetzen soll, weitere Löhne zahlen zu können. Diese Kredite können unter bestimmten Bedingungen erlassen werden.

Das Repräsentantenhaus hatte bereits im Mai ein 3,5 Billionen Dollar teures Maßnahmenpaket beschlossen, das der von den Republikanern beherrschte Senat allerdings bremste. Das vom Stabschef des Weißen Hauses, Mark Meadows, vorgeschlagene Kompromisspapier umfasst knapp eine Billion Dollar.

RND/AP