Dienstag , 20. Oktober 2020
Ein Verwundeter wird in einem Krankenhaus behandelt. In Afghanistan haben Angreifer nur wenige Stunden vor Ende einer dreitägigen Waffenruhe ein Gefängnis im Osten des Landes attackiert und dabei mehrere Menschen getötet und verletzt. Quelle: Stringer/XinHua/dpa

Anschlag in Ostafghanistan: Mindestens 21 Tote bei Angriff auf Gefängnis

Ein Ableger der IS hat im Osten Afghanistans einen Anschlag auf ein Gefängnis verübt. Dabei sind 21 Menschen getötet worden und mehrere Insassen entkommen. In Afghanistan gibt es laut UN rund 2200 IS-Mitglieder.

Kabul. Bei einem Angriff der Terrorgruppe Islamischer Staat auf ein Gefängnis im Osten Afghanistans sind nach Behördenangaben mindestens 21 Menschen getötet worden. Weitere 43 Personen seien verletzt worden, teilte Attaullah Chogjani, ein Sprecher des Gouverneurs der Provinz Nangarhar mit. Der am Sonntag begonnene Anschlag gehe am Montag weiter.

Ein Selbstmordattentäter zündete in Dschalalabad eine Autobombe. Dann eröffneten mehrere Angreifer das Feuer auf Sicherheitskräfte. Aus Behördenkreisen verlautete, mehrere Gefängnisinsassen seien während des Angriffs entkommen. Laut Chogjani waren unter den Toten Häftlinge.

IS bekannte sich zu dem Anschlag

Ein Ableger des IS, der als IS in der Provinz Chorassan bekannt ist, übernahm die Verantwortung für den Angriff. In dem Gefängnis befinden sich rund 1500 Insassen, von denen mehrere Hundert mutmaßlich dem IS-Ableger angehören.

Am Samstag hatte der afghanische Geheimdienst mitgeteilt, dass ein ranghohes IS-Mitglied von Sicherheitskräften nahe Dschalalabad getötet worden sei.

Taliban hielten sich an Waffenruhe

Taliban-Sprecher Suhail Schahin sagte der Nachrichtenagentur AP, seine Gruppe habe nichts mit den Kämpfen in Dschalalabad zu tun. Die Taliban hielten die von ihnen zum islamischen Opferfest Eid al-Adha angekündigte dreitägige Waffenruhe im ganzen Land ein. Die Waffenruhe lief in der Nacht zum Montag aus.

In einem UN-Bericht vom Juli hieß es, der IS habe rund 2200 Mitglieder in Afghanistan. Die Führungsstruktur sei zwar geschwächt worden, die Gruppe sei aber immer noch in der Lage, schwere Angriffe in mehreren Teilen des Landes auszuführen, einschließlich Kabuls.

RND/AP