Samstag , 3. Dezember 2022
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Gehört die Maske bald wieder zum Schulalltag? Quelle: Sebastian Gollnow/dpa

Infektionsschutzgesetz: Lehrerverbände befürchten neue Corona-Hotspots an Schulen

Noch ist die Pandemie nicht aus den Klassenzimmern verschwunden. Das neue Infektionsschutzgesetz, das ab 1. Oktober gilt, hat – je nach Infektionsgeschehen – auch Auswirkungen auf den Schulbetrieb. Allerdings zeigt sich der Verband Bildung und Erziehung (VBE) von den neuen Regelungen enttäuscht: „Die Offenhaltung von Schulen und Kitas muss oberste Priorität haben. Besonders aus diesem Grund schauen wir mit Sorge auf den Umstand, dass das Infektionsschutzgesetz deutlich hinter unseren Erwartungen zurückbleibt“, sagte Bundesvorsitzender Udo Beckmann dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

Dem Gesetz zufolge liegen die Entscheidungen rund um den Schulbetrieb bei den Ländern. Die können eine Maskenpflicht ab dem fünften Schuljahr festlegen – sofern dies zur Aufrechterhaltung des Präsenzunterrichts notwendig ist. Außerdem können sie eine Testpflicht in Schulen und Kitas vorschreiben. Schulschließungen soll es aber keine mehr geben.

Schulschließungen könnten „von ganz allein kommen“

„Wenn der Schutz und damit die Gesundheit der Lehrkräfte nicht hinreichend beachtet wird, werden die Schulschließungen vor dem Hintergrund des bereits ohnehin schon dramatischen Personalmangels bei entsprechendem Krankenstand von ganz allein kommen“, bemängelt Beckmann.

Ähnliches befürchtet auch Maike Finnern, Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW): „Sollte es wieder zu deutlich mehr Krankheitsfällen bei den Beschäftigten an Schulen und Kitas kommen, wird es wegen des ohnehin herrschenden Lehrkräftemangels zu noch mehr Unterrichtsausfall kommen“, sagte Finnern dem RND. Krankheitsbedingte Lücken wären nicht mehr zu kompensieren.

Maskenpflicht ist das „kleinere Übel“

Für den VBE sei es außerdem wenig verständlich, dass man sich bei den unteren Klassen gegen eine temporäre Maskenpflicht entschieden hat, falls die Infektionszahlen steigen. „Hiermit wurde eine sehr effektive Maßnahme, um Unterricht in Präsenz zu ermöglichen und trotzdem relativ sicher vor einer Infektion zu sein, kategorisch ausgeschlossen“, führt Beckmann fort.

Der Deutsche Lehrerverband hofft, dass das Tragen einer Maske an Schulen nicht notwendig sein wird, räumt aber auch ein, dass die Maskenpflicht „das kleinere Übel ist, als die Kinder in den Distanzunterricht zu schicken“, sagte dessen Präsident Heinz-Peter Meidinger. Allerdings wundere sich der Verband, dass bisher fast kein Bundesland diesen Eventualfall klar definiert habe. „Ich hoffe, dass sich dieses Versäumnis demnächst nicht rächen wird“, sagte Meidinger.

Von Julia Kaiser/RND